Donnerstag, 14. November 2019

Bruneck: Stromnetz wieder zusammengebrochen – Schulen zu

Nachdem die Stromversorgung in Bruneck am Mittwochabend teilweise wieder hergestellt werden konnte, ist sie am Donnerstagmorgen wieder zusammengebrochen. Die provisorische Leitung war einfach zu labil. Die Schulen sind geschlossen.

Die starken Schneefälle im Pustertal, hier in St. Lorenzen, führten zu einem flächendeckenden Stromausfall.
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Die starken Schneefälle im Pustertal, hier in St. Lorenzen, führten zu einem flächendeckenden Stromausfall. - Foto: © FFW St. Lorenzen

Die starken Schneefälle am Dienstag hielten Hunderte Einsatzkräfte den ganzen Mittwoch über auf Trab, besonders stark waren das Pustertal und das Gadertal betroffen.

Größter Stromausfall, den Bruneck je erlebt hat

Neben Baumstürzen, herabgebrochenen Ästen und gesperrten Straßen kam es zudem zum größten Stromausfall, den Bruneck bis dahin erlebt hatte: Tausende Abnehmer hatten stundenlang keinen Strom, auch das Handy- und Telefonnetz lag lahm.

Mehrere Personen mussten im Zuge des Stromausfalls aus Aufzügen befreit werden, es kam auch zu 3 kleineren Bränden.

Aufgrund einer Rauchentwicklung durch ein Notstromaggregat mussten 42 Schüler und 2 Bedienstete aus der Mittelschule Röd evakuiert werden.

Zudem mussten aufgrund der Sperre der Gadertaler Straße rund 150 Personen, vorwiegend Studenten, in der Feuerhalle von Bruneck betreut werden. Nachdem sich am Abend die Situation beruhigt hatte, wurde in Zusammenarbeit mit Feuerwehren des Gadertales der Transport der betroffenen Personen organisiert.

Stromversorgung in der Nacht teilweise wieder hergestellt

Für die Nachtstunden wurde eine Beleuchtung im Zentrum von Bruneck mit Fahrzeugen und starken Beleuchtungsmitteln organisiert. Im Zuge des Stromausfalls mussten zahlreiche Einsätze mit Stromaggregaten gefahren und mehrere Lagebesprechungen der Einsatzkräfte durchgeführt werden.

Schließlich konnten im Laufe der Nacht das Brunecker Krankenhaus, das Altersheim, wichtige Strukturen und die meisten privaten Haushalte wieder an das Stromnetz angeschlossen werden.

„Die Stromversorgung ist jedoch als sehr anfällig zu betrachten und kann jederzeit zusammenbrechen – zumindest solange die zum Teil massiven Schäden an den Hochspannungsleitungen nicht repariert werden können“, erklärt Kommandant Reinhard Weger von der Freiwilligen Feuerwehr Bruneck.

„Wir bitten um Geduld“

Daher der wichtige Aufruf an die Bevölkerung von Bruneck und der umliegenden Gemeinden St. Lorenzen, Pfalzen, Gais und Percha äußerst sparsam mit dem Stromverbrauch umzugehen.

Die meisten Industriebetriebe können erst dann wieder an das Stromnetz angeschlossen werden, sobald die stabile Leitungsverbindung mit der Hochspannungsleitung wieder intakt ist.

„Bei dieser Gelegenheit wird auch um Geduld ersucht. Alle arbeiten mit Hochdruck an der Wiederherstellung der Normalsituation. Die Hotlines sollen nur in absoluten Notfällen angerufen werden.“

Doch bereits am Morgen ist die Stromversorgung wieder zusammengebrochen. Die Schulen sind alle zu.

5000 Abnehmer weiterhin ohne Strom

Auslöser für den Stromausfall waren 3 Hochspannungsleitungen im Raum Bozen und Eisacktal des Anbieters Terna, die beschädigt worden waren. Diese müssen nun wiederhergestellt werden.

Am Donnerstagmorgen sind südtirolweit noch 5000 Abnehmer ohne Strom, darunter in Jenesien, im Eisacktal und weiterhin auch im Pustertal. „Teilweise sind es Privathäuser, teilweise ganze Fraktionen, die weiterhin keinen Strom haben“, erklärt Harald Schwarz vom Lagezentrum in Bozen.

Bahnlinie Brixen-Pustertal weiterhin unterbrochen

Die Bahnlinie ins Pustertal bleibt auch am Donnerstag vorübergehend unterbrochen.

Es wurden weitere Baumstämme auf den Gleisen gefunden.

Laut Auskunft der Bahndirektionen wird die Strecke Franzensfeste - Bruneck voraussichtlich gegen 9 Uhr für den Bahnverkehr frei gegeben, der Abschnitt Bruneck - Innichen dürfte ab Mittag wieder in Betrieb sein. Die Bahnstrecke Innichen - Lienz wird voraussichtlich auch noch am morgigen Freitag gesperrt bleiben.

Einzelne Gehöfte noch von Außenwelt abgeschnitten

Einzelne Höfe, vor allem im Raum St. Lorenzen, sind auch am Donnerstagmorgen weiterhin nicht erreichbar.

„In einzelnen Fällen war die Lage am gestrigen Mittwoch zu gefährlich, da viele Bäume umsturzgefährdet waren. Man wird heute versuchen, auch noch die letzten Zufahrten zu Höfen freizuräumen“, so Schwarz.

liz