<BR />Freestyle heißt Luftgefühl, Akrobatik, Körperbeherrschung und Mut – und das will vor dem ersten Schneefall erarbeitet werden. Zwölf Mädchen und Buben zwischen zehn und 18 Jahren haben sich deshalb das ganze Jahr hinweg mehrmals wöchentlich getroffen. Sie gehören zum Vitamin F – Freestyle Club, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Kindern und Jugendlichen den Trendsport Freeskiing näherzubringen und ihnen sichere Trainingsmöglichkeiten zu bieten.<h3> Training am Trampolin und auf Luftkissenschanzen</h3>In der Turnhalle werden auf dem Trampolin Rotationen, Drehungen und die Körperkontrolle in der Luft erarbeitet. Auf der kleinen Schanze und den Rails der Sportzone Reischach üben die jungen Freestyler Gleiten, Springen und ihre ersten Tricks. Perfektioniert werden die akrobatischen Bewegungen in großen Parks wie jenem in Scharnitz, wo Plastikmatten und Luftkissen winterähnliche Verhältnisse simulieren – bevor es im Herbst auf den Gletscher und im Winter in die Snowparks geht. „Freestyle und Freeskiing ist ein sehr komplexer, feinmotorischer Sport, der einem viel abverlangt“, sagt Hans Mairhofer, der Präsident des Vereins. Wer im Winter spektakulär und cool springen wolle, müsse Gleichgewicht, Geschicklichkeit und Körperbeherrschung über Monate hinweg trainieren und sich in Geduld üben. Gutes Skifahren ist freilich kein Nachteil. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1247355_image" /></div> <BR />Mairhofer weiß, wovon er spricht. Er ist einer aus der Generation jener, die schon in den 1980er-Jahren – als die Freestyle-Welle aus den USA nach Europa schwappte – auf den präparierten Hängen des Kronplatzes unruhig wurden. „Wir waren eine Gruppe, die mehr neben der Piste zu finden war als auf ihr. Wir bauten Schanzen, übten Sprünge, tobten uns im Gelände und auf der Buckelpiste aus“, erinnert er sich. Bald nahmen die unermüdlichen Freestyler an Skishows und Buckelpistenrennen teil – und gaben sich den Namen „Pugglfetza“. <BR /><BR />Aus der Szenegruppe wurde in den 1990ern eine Freestyle-Sektion im Skiclub Bruneck, im Jahr 2000 gründeten die Mitglieder schließlich den Vitamin F – Freestyle Club. „Weil Freestyle für uns wie ein Vitamin ist“, sagen Mairhofer und Andi Recla, der heute die Jungen trainiert. Der Club ist dem CONI und der FISI angeschlossen und über die Jahre gewachsen – genauso wie der Sport selbst. Freestyle-Skiing ist längst etablierter Wettkampfsport: Seit 1992 olympisch, damals noch mit Moguls (Buckelpiste), umfasst er heute auch Aerials, Skicross, Slopestyle, Halfpipe, Big Air und Aerials Mixed. 2026 feiert zudem der neue Dual-Moguls-Bewerb seine Olympia-Premiere.<h3> <h3> Was beim Freestyle zählt</h3> </h3>Beim Freestyle zählen technische Präzision und künstlerische Freiheit gleichermaßen. „Natürlich gibt es Vorgaben und Grundelemente, aber der Kern des Sports ist der Freiraum. Bei Sprüngen und Kombinationen bleibt sehr viel der Kreativität des Athleten überlassen“, betonen Mairhofer und Reckla. <BR />Von großen Wettkämpfen und vielleicht sogar Olympia träumen auch die Kids und Junioren des Clubs – aber der Weg ist weit und steil. „Das Niveau ist extrem hoch. Wer da mitmischen will, muss den Sport zum Lebensmittelpunkt machen.“<BR />Wenn dann auch am Kronplatz die Halfpipe ruft, die Rails glänzen und die Kids mit leuchtenden Augen im Schnee stehen, dann fügt sich zusammen, was sie über Monate geübt haben: Technik, Kreativität, Akrobatik, Mut – und ein Hauch Risiko. Jeder Sprung ein kleines Stück Freiheit, jede gelungene Landung ein Erfolg, der vielleicht eines Tages zu Olympia führt.