<BR />Brustkrebs ist nach wie vor die häufigste Tumorerkrankung bei Frauen: Jährlich kommen in Südtirol fast 400 neue Fälle dazu, 80 davon enden tödlich. Zwar verbessert sich die Therapie kontinuierlich und die Sterblichkeitsrate sinkt, aber gleichzeitig nimmt die Inzidenz seit Jahren zu. Auch junge Frauen sind von Brustkrebs betroffen. Darum will der Verein „mamazone“ nun zunehmend über soziale Medien sensibilisieren. „Dort erreichen wir alle Altersgruppen“, zeigte sich Präsidentin Martina Ladurner überzeugt. <BR /><BR />Die Kampagne „Check Yourself“ – zu Deutsch „Untersuche dich selbst“ – führte „mamazone“ bereits im vergangenen Jahr durch: Damals mit der Kernbotschaft „Früherkennung rettet Leben“. Diese Botschaft wurde nun um acht weitere ergänzt. Darunter die Themen „Zu jung für Brustkrebs?“, „Kennst du dein Risiko?“ oder „Eine von 400 in Südtirol?“. Die entsprechenden Beiträge samt Antworten sind seit gestern auf der Facebook- und Instagram-Seite von „mamazone“ abrufbar. Auf den beiden Plattformen wird die Kampagne bis Jahresende beworben.<h3> Kontrollen schon bei Frauen ab 20 Jahren</h3>Über Risikofaktoren und Prävention klärte gestern Dr. Sonia Prader, Gynäkologie-Primaria an den Krankenhäusern Brixen und Sterzing, auf. Wie sie informierte, können Bewegung, eine gesunde Ernährung, reich an Obst und Gemüse, eine frühe Schwangerschaft und Stillen Brustkrebs vorbeugen. Demgegenüber stehen das Rauchen, Alkoholkonsum, Übergewicht oder eine jahrelange Hormonersatztherapie, die das Risiko erhöhen. Auch die genetische Veranlagung spielt eine große Rolle. <BR /><BR />Regelmäßige Untersuchungen der Brust legen die Experten schon Frauen ab 20 Jahren ans Herz: Dabei gilt es, auch selbst Hand anzulegen und den Brustbereich nach Veränderungen abzutasten. Einmal jährlich sollte zudem eine Untersuchung durch den Arzt in Anspruch genommen werden.<BR /><BR />Was bei der gestrigen Vorstellung positiv hervorgehoben wurde: Italien hat sein Gesetz zum Brustkrebs-Screening überarbeitet. So sollen künftig Frauen zwischen 45 und 75 Jahren alle zwei Jahre zum Screening eingeladen werden. Zum Vergleich: Bislang war es die Altersgruppe zwischen 50 und 69 Jahren. <BR /><BR />„Bei Frauen, die am Screening teilnehmen, sinkt das Sterberisiko um 20 bis 30 Prozent“, unterstrich Dr. Christian Marth, ehemaliger Vorstand der Uniklinik für Frauenheilkunde Innsbruck. Durch die sog. Mammografie werden Tumore erkannt, bevor sie tastbar sind.