In den frühen Morgenstunden ist die Polizei, mit Beamten aus Bozen und Meran, zusammen mit einer Hundestaffel der Finanzpolizei ausgerückt, um die Unterkünfte von vier jungen Männern in Meran zu durchsuchen. Sie stammen aus Albanien und stehen unter dringendem Verdacht, die drei Südtiroler in der Nacht auf Samstag auf dem Bozner Messegelände attackiert und brutal verprügelt zu haben.Zeugenaussagen und Kameraaufnahmen ausgewertetZahlreiche Zeugenaussagen sowie die Bilder der Überwachungskameras hätten die Ermittler auf die Fährte der vier Männer gelenkt, so Quästor Lucio Carluccio auf einer Pressekonferenz am Donnerstag in Bozen.„Die mutmaßlichen Täter wurden wegen Nötigung, schwerer Körperverletzung, Bedrohung, Beschimpfung und Sachbeschädigung angezeigt“, erklärte er.Konkret handelt es sich bei den Angezeigten um A.S. (20 Jahre alt), E.K. (19 Jahre alt), E.H. (20 Jahre alt) und R.P. (21 Jahre alt).Festgenommen werden können sie nicht, da die Heilungsdauer der Verletzungen der Opfer unter 20 Tagen liegt. Für solche Fälle sieht das Gesetz eine Anzeige vor.A.S.: „Après“ verwüstet, darf nicht mehr nach GargazonA.S. ist den Ordnungshütern bekannt: Schon mehrere Male wurde er angezeigt, war auch schon in Haft. Die Gründe dafür sind breit gestreut: Schlägerei, Raubüberfall, Körperverletzung, Betrug, Sachbeschädigung, Drogendelikte und Fahren ohne Führerschein.Darüber hinaus ist der 20-Jährige in Gargazon nicht gern gesehen: Er darf sich – nach einem Chaos, das er in der Disko „Après“ verursacht haben soll – nicht mehr auf Gargazoner Gemeindeboden aufhalten. Das Verbot gilt für drei Jahre und wurde im November 2011 erlassen.Wegen einer besonders großen Schlägerei wurde der Mann zusätzlich von den Polizisten von Meran angezeigt: Im Oktober 2012 soll er sich mit Skinheads in der Passerstadt geprügelt haben.Nach dem Angriff auf dem Bozner Messegelände, an dem A.S. beteilgt gewesen sein soll, wurde ihm die Aufenthaltsgenehmigung entzogen; zudem darf er sich ab sofort auch auf Bozner Gemeindegebiet nicht mehr aufhalten.Außerdem erhielt er eine Verwarnung vom Quästor.E.K. soll sich in der Disko „Rice“ geprügelt habenWie A.S. wohnt auch E.K. ebenso in Meran: er lebt seit 2002 in Italien. Weil er sich in der Disko „Rice“ geprügelt haben soll, wurde auch er Ende 2012 angezeigt.Genau wie A.S. erhielt E.K. nun eine Verwarnung des Quästors. Zudem darf auch er sich nicht mehr auf Bozner Gemeindegebiet aufhalten.E.H. soll sich mit Skinheads geprügelt habenEbenso nicht mehr in die Landeshauptstadt darf E.H.Auch der dritte mutmaßliche Täter ist für die Ordnungshüter kein Unbekannter. Er soll sich in der Vergangenheit wegen Körperverletzung, Schlägerei, Sachbeschädigung sowie wegen Gewalt und Bedrohung eines öffentlichen Beamten schuldig gemacht haben.An der Skinheads-Prügelei in Meran im Oktober 2012 soll, genauso wie A.S., auch er beteiligt gewesen sein.R.P. nicht aktenkundigNicht aktenkundig sei hingegen R.P., so der Quästor. Er sei arbeitslos, habe eine Frau und ein Kind im Alter von sechs Monaten.Schon mehrere Male sei er von den Ordnungshütern kontrolliert worden, so die Polizei, er sei oft mit vorbestraften Landsleuten unterwegs.Im Gesicht und auf dem Kopf habe er einige Male, die von einer Schlägerei zeugten. Besonders hellhörig seien die Beamten dann geworden, als sie R.P. eines Nachts Mitte Juni zusammen mit E.K. kontrollierten, der dieselben Male aufweise.Man habe sich die Verletzungen bei einer Schlägerei in einer Innsbrucker Disko zugezogen, hätten die beiden damals erklärt.Während sich nun erst entscheiden soll, wie es mit R.P weitergeht, fahnden die Ermittler fiebrig nach weiteren Komplizen. „Nicht nur wegen der Schlägerei am Messegelände“, präzisierte Carluccio. „Auch wegen anderer Episoden.“pg_____________________________________________________________________________________________________________ „Stopp der Gewalt in Südtirol“ ist eine Aktion der Tageszeitung „Dolomiten“.