Mittwoch, 18. Mai 2016

Bub in siedendes Öl gefallen - Frau verurteilt

Eine 32-jährige Mitbewohnerin der Mutter des Kindes stimmt einem gerichtlichem Vergleich über ein Jahr und 4 Monate Haft zu. Ob es sich beim Vorfall vom Mai 2014 um Vorsatz oder um einen Unfall gehandelt hat, konnte vor Gericht nicht einwandfrei geklärt werden. Dem Kind sind vom Zwischenfall glücklicherweise nur ein paar kleine Narben geblieben.

Das Bozner Landesgericht musste sich am Dienstag mit dem Fall eines verbrühten Kleinkindes befassen.
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Das Bozner Landesgericht musste sich am Dienstag mit dem Fall eines verbrühten Kleinkindes befassen. - Foto: © D

Ob der Einjährige ins siedend heiße Frittieröl getaucht worden oder hineingefallen war, steht auch 2 Jahre nach dem Vorfall nicht fest. Am Dienstag hat jene 32-Jährige, die den Buben damals auf dem Arm trug, einer Haftstrafe von einem Jahr und 4 Monaten zugestimmt.

Der Fall geht auf Mai 2014 zurück. Damals lebte die junge Frau, die aus schwierigsten Familienverhältnissen stammen soll, in einer geschützten Einrichtung in Südtirol. Die damals 30-Jährige war gerade dabei, für das Mittagessen Pommes zu frittieren. Dabei hielt die Frau den damals knapp einjährigen Buben einer Mitbewohnerin auf dem Arm.

Was genau sich dann in der Gemeinschaftsküche ereignet hat, steht aber bis heute nicht eindeutig fest. Fix ist einzig, dass das Kleinkind im siedend heißen Frittieröl gelandet ist. Ob die junge Frau, die es auf dem Arm getragen hatte, den Buben bewusst hineingetaucht hat oder ob er ihr einfach nur vom Arm gerutscht ist, ist nach wie vor unklar.

Das Kind musste mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Dank mehrerer Hauttransplantationen konnte das Kind gerettet werden. Einzig ein paar kleinere bleibende Narben erinnern an die schweren Verbrennungen.

Die Frau wurde damals sofort verhaftet und in U-Haft ins Gefängnis von Trient gebracht. Im Rahmen eines Beweissicherungsverfahrens wurde sie dann von Gutachtern als gemeingefährlich eingestuft. In der Folge wurde sie wieder aus der Haft entlassen und erneut in eine geschützte Einrichtung überstellt. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage gegen die junge Frau. Der Vorwurf lautete auf vorsätzliche schwere Körperverletzung.

Am Dienstag musste sich die 32-Jährige am Bozner Landesgericht vor Richter Michele Paparella verantworten.

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Mehr Hintergründe über daas Gerichtsverfahren lesen Sie im Tagblatt der "Dolomiten" am Mittwoch.

stol