Montag, 19. Juli 2021

Bürgermeister: „Es gab keine Anzeichen für eine solche Tat“

„2 ältere Menschen, die im Dorf bekannt und beliebt waren, sind Opfer und Täter geworden. Für die Bevölkerung ist das ein unvorstellbares Szenario“, sagt der Bürgermeister von Lana, Harald Stauder. Er kannte beide. Für eine solche Bluttat habe es seines Wissens im Vorfeld keine Warnzeichen gegeben.

In Lana war ein Großaufgebot an Ermittlern im Einsatz.
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In Lana war ein Großaufgebot an Ermittlern im Einsatz. - Foto: © DLife
Das Entsetzen nach dem Mord ist groß in Lana und darüber hinaus: Wie erleben Sie die Situation?
Harald Stauder: Die Bevölkerung ist sehr mitgenommen, zum Teil schockiert. Man konnte sich so etwas wie das, was gestern im Park des Lorenzerhofes passiert ist, einfach nicht vorstellen (STOL hat berichtet, Anm.). 2 ältere Menschen, die im Dorf bekannt und beliebt waren, sind Opfer und Täter geworden. Für die Bevölkerung ist das ein unvorstellbares Szenario.

Was wissen Sie über die Hintergründe der Tat?
Stauder: Dazu wissen wir im Moment nichts, aber wir haben vollstes Vertrauen in die Staatsanwaltschaft, dass diese den Fall bald lösen wird.



Der Park ist öffentlich zugänglich: Abgezeichnet hatte sich der Vorfall nicht? Es gab im Vorfeld keine Hinweise auf eine mögliche Gefährdung?
Stauder: Mit so etwas kann man nicht rechnen. Meines Wissens hat es keine Anzeichen dafür gegeben. Der angebliche Täter war im Dorf immer wieder unterwegs, er war nicht auffällig. Er war kommunikativ mit den Menschen: Es gab also keine Anzeichen für so eine Tat, die mir bekannt wären.

Am Sonntagnachmittag, als der Mord geschah, haben sich viele Menschen im Park aufgehalten – vorwiegend ältere Leute und deren Angehörige und Bekannte: Werden die Zeugen nun seelisch betreut?
Stauder: Der Park ist zwar öffentlich, wird aber hauptsächlich von den Heimbewohnern und ihren Besuchern frequentiert. Dort gehen die Heimbewohner mit ihren Verwandten spazieren. Es hat einige Augenzeugen der Tat gegeben. Gestern Nachmittag wurde sofort die Notfallseelsorge hinzugezogen, um allen beizustehen, die Hilfe benötigt haben. Die Verwaltung der Stiftung Lorenzerhof ist sehr aktiv, damit alle, die Hilfe brauchen, auch Hilfe bekommen werden.

Ist die Parkbank, auf der Maria Waschgler erstochen wurde, gut einsehbar?
Stauder: Der Park ist mit Hecken und Sträuchern gestaltet. Es gibt private Nischen, in denen man nicht so gut beobachtet werden kann. Aber der Platz, an dem die Tat passiert ist, kann vom Park aus gut eingesehen werden – von der Straße aus nicht, aber vom Park aus von mehreren Stellen her. Also haben das sicherlich viele Zeugen unmittelbar bemerkt.

Werden jetzt die Sicherheitsvorkehrungen im Heim und im Park verstärkt?
Stauder: Ich bin gerade in den Park hineingegangen. Er ist offen. Diese Tat war ein absoluter Einzelfall in Lana und in Südtirol. Ich glaube nicht, dass man das Kind mit dem Bade ausschütten sollte, indem man Zutrittskontrollen zu Parks einführt.

Wie geht es nun weiter? Die beiden erwachsenen Söhne von Maria Waschgler leben ja in Wien…
Stauder: Die Söhne wurden von der Notfallseelsorge informiert. Sie werden sicherlich in den kommenden Tagen in Lana eintreffen. Sobald die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen abgeschlossen hat und der Leichnam freigegeben wird, wird es zu einer Beerdigung kommen.

Was zu den Hintergründen der Tat bisher bekannt ist, lesen Sie hier.

kn