Sonntag, 13. März 2022

Bürgermeister in Ukraine von Russen verschleppt

In der Südukraine ist nach Behördenangaben erneut ein Bürgermeister von russischen Truppen verschleppt worden. „Kriegsverbrechen werden immer systematischer“, schrieb der Chef der Militärverwaltung des Gebiets Saporischschja, Olexander Staruch, am Sonntag bei Facebook.

Am Sonntag demonstrierten europaweit wieder Hunderttausende gegen den Krieg in der Ukraine. - Foto: © APA/afp / JOHN MACDOUGALL

„Der Bürgermeister von Dniprorudne, Jewhenij Matwjejew, wurde entführt.“ Das von Russland kontrollierte Dniprorudne ist eine Kleinstadt mit knapp 20.000 Einwohnern am Fluss Dnipro, der an dieser Stelle zum Kachowkaer Stausee gestaut ist.

Zuvor bereits der Bürgermeister von Melitopol verschleppt

Zuvor hatte Kiew bereits mitgeteilt, dass der Bürgermeister der Stadt Melitopol verschleppt wurde. An seiner Stelle setzten die russischen Truppen eine moskauhörige Politikerin als Statthalterin ein.

Vorwand der „Entnazifizierung der Ukraine“

Beobachter schließen nicht aus, dass Russland unter dem Vorwand einer „Entnazifizierung“ der Ukraine auch in anderen eroberten Gebieten die Verwaltung auswechselt. Der Kreml behauptet, in Kiew hätten „Nazis“ das Sagen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat jüdische Wurzeln.

EU-Chefdiplomat Josep Borrell verurteilte die Verschleppung der beiden Bürgermeister scharf. „Dies ist ein weiterer Angriff auf demokratische Institutionen in der Ukraine und ein Versuch, illegitime alternative Regierungsstrukturen in einem souveränen Land zu errichten“, schrieb der EU-Außenbeauftragte auf Twitter.

Alle Berichte zum Krieg in der Ukraine finden Sie hier.

apa

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