Dienstag, 06. Januar 2015

Bürgermeister: Massenpanik in Shanghai ist „blutige Lehre“

Der Bürgermeister von Shanghai hat indirekt eine Mitverantwortung der Behörden für die tödliche Massenpanik der Silvesternacht eingeräumt.

Foto: © APA/EPA

„Wenngleich die Ursache noch untersucht wird (...), so müssen wir aus dieser blutigen Lehre lernen und diesen Vorfall intensiv reflektieren“, sagte Yang Xiong am Dienstag vor Abgeordneten, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Dem Bericht zufolge ordnete Yang eine Überarbeitung der Regeln für den Umgang mit großen Menschenansammlungen in der Stadt an.

In der Silvesternacht waren in der chinesischen Wirtschaftsmetropole 36 Menschen ums Leben gekommen, als an der Uferpromenade Bund eine Massenpanik ausbrach. Fast alle Opfer waren jünger als 25 Jahre alt, die meisten waren Frauen.

Das jüngste Opfer war zwölf, das älteste 37 Jahre alt. Viele Chinesen machten die Behörden für das Unglück verantwortlich, weil die Polizei die Menschenmenge nicht unter Kontrolle brachte. Unklar ist bisher, wie es zu der Panik kam. Ermittlungen sind im Gange.

Am Dienstag besuchten Verwandte der Opfer die Unglücksstelle. Sie wurden von Behördenvertretern überwacht, wie einer der Angehörigen sagte. „Wir gingen zur Bund in einzelnen Gruppen, jemand hat uns eskortiert und wieder zurückbegleitet“, sagte ein Verwandter.

Die Schwester eines Opfers sagte, die Familie wolle die Beerdigung erst abhalten, wenn die Regierung die Ursache für das Unglück erkläre. In China hat der siebente Tag nach einem Todesfall eine besondere Bedeutung für die Trauernden.

apa/afp

stol