Freitag, 16. Dezember 2016

Bürgermeister Rösch erhält täglich Weihnachtswunschzettel aus Obermais

Seit Monatsbeginn und bis Weihnachten erhält Merans Bürgermeister Paul Rösch täglich Dutzende Briefe und selbst gemalte Bilder von Kindern des Schulsprengels Meran Obermais. Mit dieser besonderen Adventskalender-Aktion bitten die Schülerinnen und Schüler um eine neue, angemessene Mittelschule.

Bis Heiligabend wird Merans Bürgermeister Paul Rösch Hunderte Briefe von Obermaiser Schülern bekommen.
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Bis Heiligabend wird Merans Bürgermeister Paul Rösch Hunderte Briefe von Obermaiser Schülern bekommen.

Bürgermeister Paul Rösch dürfte überrascht gewesen sein, als er am 1. Dezember sein Postkästchen im Meraner Rathaus geöffnet hat: Dutzende Briefe und von Hand gemalte Bilder lagen darin, allesamt von Kindern des Schulsprengels Meran Obermais. Allen gemein ist das Thema: die Mittelschule Obermais.

Anders als bei einem herkömmlichen Adventskalender, den die Großen den Kleinen mit Geschenken gefüllt überreichen, darf Bürgermeister Rösch jeden Tag von neuem die Briefe und Zeichnungen der Kinder entgegennehmen.

Weihnachtliche Wunschbriefe sind darunter, aber auch mahnende Worte und Bittschriften. Die jüngeren Jahrgänge haben das, was sie noch nicht in Worten fassen können, in Bildern ausgedrückt. Ein schönes, buntes Schulgebäude in leuchtenden Farben ist auf vielen zu sehen, mit fröhlichen Kindern.

Mit dieser Aktion versuchen die Kinder des Schulsprengels Meran Obermais auf ihre Art den politischen Entscheidungsträgern ihren Wunsch nach einer neuen, angemessenen Mittelschule in Obermais mitzuteilen. Bis zum 24. Dezember werden es mehrere Hundert Briefe und Bilder sein, die bei der Gemeinde Tag für Tag eintrudeln. Ein starkes Signal, das - laut der Aussendung der Arbeitsgruppe Mittelschule Obermais - hoffentlich nicht ignoriert werde.

Anlass für die Aktion sei die andauernde Verschleppung des Problems der Mittelschule Obermais, welche seit Jahren zu klein geworden ist, sodass mehrere Klassen nun schon seit 10 Jahren in fernab gelegenen Ausweichquartieren untergebracht sind. Einbußen in der Qualität des Unterrichts, eine auseinandergerissene Schulgemeinschaft und starker Verdruss bei Kindern, Eltern und Lehrpersonen seien laut der Arbeitsgruppe die Folge. 

Seit Jahren verspreche die Gemeindepolitik eine Lösung, passiert sei nichts. Vor 7 Monaten hätten Bürgermeister Paul Rösch und der zuständige Stadtrat Stefan Frötscher für das kommende Schuljahr das Maiense-Gebäude als Übergangslösung zugesichert bis zur definitiven Übersiedlung in 10-15 Jahren in das Ex-Böhler-Gebäude. Bis vor zwei Monaten schien diese Lösung greifbar nahe, die Verhandlungen unter Dach und Fach, wie es hieß. Nun aber scheint sich auch diese Option in Luft aufgelöst zu haben

Die betroffenen Eltern, aber auch das Lehrpersonal und die Verwaltung des Schulsprengels Meran Obermais sind inzwischen sehr verärgert und haben auf einer Elternversammlung im November verschiedene Protestmaßnahmen angekündigt, der Adventkalender ist eine davon. Weitere werden folgen.

stol

stol