Mittwoch, 14. Oktober 2015

Bürgermeisterin: "Wir wissen nichts von Brandstiftung"

"Die Angehörigen sind aufgelöst", wettert Roselinde Gunsch Koch. Die Bürgermeisterin von Taufers in Münstertal, dem Dorf wo im August ein Großbrand tobte und drei Familien obdachlos werden ließ, ist verärgert, dass sie von einem mutmaßlichen Brandstifter aus den Medien erfährt.

Roselinde Gunsch Koch, Bürgermeisterin von Taufers in Münstertal, wusste nichts vom Stand der Ermittlungen.
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Roselinde Gunsch Koch, Bürgermeisterin von Taufers in Münstertal, wusste nichts vom Stand der Ermittlungen.

"Brandstiftung? Ich weiß davon nichts", sagt Roselinde Gunsch Koch auf Nachfrage von STOL. Die Bürgermeisterin von Taufers in Münstertal ist sauer. Sauer, dass in den Medien am Mittwoch von angeblichen Ermittlungserfolgen die Rede ist. 

Bei den Ermittlungen geht es um den Großbrand, der in der Nacht auf 23. August 2015 im Zentrum des Dorfes wütete, drei Wohnhäuser, zwei Stadel und eine Tischlerei zerstörte und drei Familien all ihr Habe nahm (STOL hat berichtet). Nun soll man einem Brandstifter auf der Spur sein. 

Noch mit Carabinieri gesprochen

"Ich habe noch gestern (Dienstag, Anm. d. Red.) mit dem Carabinieri-Maresciallo gesprochen", sagt Gunsch Koch. Dieser habe sie nur informiert, dass man die Ermittlungen abgeschlossen und die Ergebnisse nach Bozen übermittelt habe, so die Bürgermeisterin. 

Die Angehörigen seien aufgrund der Nachrichten über einen mutmaßlichen Brandstifter ganz aufgelöst. "Es ist respektlos ihnen gegenüber", wettert Gunsch über die reißerische Aufmachung des Artikels. "Die Betroffenen versuchen, das Geschehene zu verarbeiten. Sie sollten so etwas als erste erfahren", sagt sie weiter. 

Berufsfeuerwehr und Carabinieri ermitteln

Die Carabinieri in Bozen schweigen sich zum Stand der Ermittlungen in der Sache aus.

Auch die Berufsfeuerwehr, die zur Brandursache unmittelbar nach dem Feuer Untersuchungen aufgenommen hatte, gibt sich bedeckt. "Den Bericht schicken wir weiter an die Carabinieri und die Staatsanwaltschaft", heißt es dazu. Dies sei für gewöhnlich nach runde einer Woche bis zehn Tagen nach dem Brand der Fall.

Nun beschäftigt der Großbrand mit einem Schaden von weit über einer Million Euro also die Staatsanwaltschaft - und seit den Medienberichten von Mittwoch auch die Bevölkerung vor allem von Taufers in Münstertal.

"Die Leute sind zornig"

"Wenn es sich wirklich um Brandstiftung handelt, trägt das sicher dazu bei, dass die Leute zornig werden. Man fragt sich, warum ein Mensch so etwas tun kann", sagt die Bürgermeisterin. Zorn und Entrüstung seien mehr als verständlich.

Sie wünscht sich nun vor allem eine rasche Aufklärung. "Wir wollen so bald wie möglich abschließen, um dann in die Zukunft blicken zu können", sagt Gunsch Koch. 

stol/ker

stol