Samstag, 17. Juli 2021

Bundespräsident Steinmeier kommt ins NRW-Katastrophengebiet

Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kommt am Samstag in den von der Flutkatastrophe besonders hart getroffenen Rhein-Erft-Kreis (Nordrhein-Westfalen), Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel sicherte Hilfe zu und plant einen baldigen Besuch in der schwer verwüsteten Region in Rheinland-Pfalz.

Brücke in Rheinland-Pfalz brach zusammen.
Brücke in Rheinland-Pfalz brach zusammen. - Foto: © APA/dpa / Philipp von Ditfurth
Die Gesamtzahl der bestätigten Todesopfer in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen erhöhte sich indes auf 106. Zahlreiche weitere Menschen wurden noch vermisst.

Bei einer Videokonferenz mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte Merkel am Freitag Unterstützung durch den Bund für die betroffenen Menschen zugesichert. Nach Angaben des Bundespräsidialamtes besucht Steinmeier am Mittag (12.30 Uhr) zusammen mit Laschet Erftstadt, wo in den vergangenen Tagen zahlreiche Häuser und Autos weggespült worden waren. Er will sich in der Feuerwehrleitzentrale ein Bild von der aktuellen Lage machen und mit Rettungskräften sprechen.

Diese Videoaufnahmen zeigen die Bilder der verheerenden Katastrophe.

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Unterdessen gehen die Aufräumungs- und Rettungsarbeiten in den Katastrophengebieten weiter. Bis Freitagabend war noch offen, ob es in Erftstadt Todesopfer zu beklagen gibt. „Wir gehen von mehreren Toten aus, wissen es aber nicht“, sagte der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU). Bisher gibt es nach Angaben des NRW-Innenministeriums landesweit mindestens 43 Todesopfer und viele Verletzte. „Die Lage ist sehr unübersichtlich“, sagte Reul.

Nach den zerstörerischen Fluten und dem Hochwasser mit mindestens 63 Toten in Rheinland-Pfalz gehen auch dort die Such- und Rettungsarbeiten weiter. Noch immer sind Tausende Rettungskräfte in der Eifel, wo in der Nacht zum Donnerstag die Wassermassen ganze Orte verwüstet hatten. Auch mehr als 2 Tage nach dem Unglück werden noch Menschen vermisst.



Hochwassergefahr verringert sich

Laut Frühwarnprognose des Landesamts für Umwelt Rheinland-Pfalz verringerte sich die Hochwassergefahr zuletzt. Nur für das Einzugsgebiet des Flusses Ahr und der Zuflüsse der Unteren Sauer bestanden noch Warnungen. Die Pegelständen sanken, zum Beispiel bei dem hart von Unwetter getroffenen Kordel im Landkreis Trier-Saarburg.

Durch das Abfließen der Wassermassen werden auch die von den Fluten angerichteten Schäden an Ahr und Mosel sichtbar. Zudem wurden mindestens 362 Menschen nach Polizeiangaben verletzt. Auch die Infrastruktur hat schweren Schaden genommen: In dem besonders stark betroffenen Landkreis Ahrweiler sind Straßen gesperrt und Brücken zerstört, der Zugverkehr ist in Rheinland-Pfalz wegen der Überflutungen weiterhin massiv beeinträchtigt.

106 Tote – zahlreiche Vermisste

Bis zum Freitagabend wurden in den beiden Bundesländern insgesamt 106 Todesopfer gezählt und zudem viele Menschen vermisst. Eine besonders dramatische Lage hatte sich in Erftstadt-Blessem südwestlich von Köln ergeben: Dort kam es zu gewaltigen Erdrutschen, es bildeten sich Krater im Erdreich, drei Wohnhäuser und ein Teil der historischen Burg stürzten ein.

apa