+Karl Psenner<BR /><BR />Da sich die Burg Karneid in Privatbesitz befindet, kann sie nur ausnahmsweise besichtigt werden, vor allem die Innen- und Privaträume sind üblicherweise nicht zugänglich. Nun haben die Eigentümer im Rahmen der FAI-Frühlingstage Einblick in das Kleinod geboten. <BR /><BR />Erbaut wurde die Burg von den Herren von Völs im 13. Jahrhundert, später dann wurde sie von verschiedenen Burgherren und Besitzern immer wieder den geänderten Stilrichtungen angepasst. Nun wurde die Burg vom FAI (Fondo Ambiente Italiano) anlässlich der Frühlingstage genauer vorgestellt. <BR />In diesem Zusammenhang ist insbesondere die Burgkapelle, im 14. Jahrhundert erbaut, zu erwähnen, weist sie doch mehrere Fragmente von romanischen Freskenmalereien auf, die auf Schüler von Giotto zurückzuführen sind. „Nur in bedeutsamen Burgen und Schlössern finden wir eigene Kapellen, was bedeutet, dass Karneid einen wichtigen Bezugspunkt dargestellt haben muss. Die Kapelle, der heiligen Anna gewidmet, wurde so vom Burgfried aus angelegt, dass sie von feindlichen Heerscharen nicht angegriffen wurde, denn das wäre einer Gotteslästerung gleichgekommen“, erklärt Doris Pizzecco, Kulturführerin des Verkehrsamtes Bozen. <BR />Pizzecco führt weiter aus, dass sich auf Karneid die Grenze zwischen dem Fürstbischof von Brixen und jenem von Trient befunden habe, was sie zu einem strategisch bedeutsamen Ort machte. „Der Turm war allerdings nicht als Wohnraum geeignet, mit seinen Maßen von 7 mal 7 Metern und 2 Meter dicken Mauern wäre das wohl kaum möglich gewesen. Die Brücke zur Burg wurde erst im 19. Jahrhundert erbaut, ursprünglich war der Burgeingang tiefer gelegen.“ Die Kultuhrführerin weist darauf hin, dass „einer der früheren Besitzer, Heinrich von Völs/Karneid, zwar Söhne hatte, die alle jung starben, aber eine seiner Töchter, Katharina, heiratete in die begüterte Bozner Kaufmanns- und Pfandleih-Bankiersfamilie Botschen ein. Später wurde Karneid von der Adelsfamilie Lichtenstein erworben. Im Jahr 1838 wurde sie von Anton von Goldegg zu Lindenburg erworben.“ Heute gehört die Burg Karneid der Familie von Miller aus München bzw. den Nachkommen der Tochter Renata, die Generalmajor Ferdinand von Malaisé ehelichte.