Donnerstag, 24. November 2016

Burggrafenamt: Müll zu Hackschnitzeln verarbeitet

Die Aufdeckung eines Betrugs mit verunreinigten Hackschnitzeln ist dem Landesforstkorps gemeinsam mit den Carabinieri nach eineinhalb Jahren Ermittlung gelungen.

Mit Maschinen und Häckslern wurde der Sperrmüll zu Hackgut verarbeitet, das sich zeitweise haushoch auftürmte. Foto: LPA/Landesforstkorps
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Mit Maschinen und Häckslern wurde der Sperrmüll zu Hackgut verarbeitet, das sich zeitweise haushoch auftürmte. Foto: LPA/Landesforstkorps - Foto: © LPA

Mehrere Firmen mit Dutzenden Mitarbeitern waren an dem unsauberen Geschäft im großen Stil im Meraner Raum beteiligt, unter das jetzt mit der Beschlagnahme des Geländes und den Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft ein vorläufiger Schlussstrich gezogen wurde.

Mit Lastkraftwagen waren wiederholt und über einen langen Zeitraum große Mengen an Sperrmüll und behandeltem Holz auf ein abseits gelegenes Gelände gebracht und dort mit eigenen Maschinen und Häckslern zu Hackschnitzel verarbeitet worden. Bei diesem Material – alte Möbel, Tür- und Fensterstöcke oder andere Holzteile aus Abbrucharbeiten bei Gebäuden, nicht mehr verwendbare Schalungstafeln etc. – handelt es sich laut einer Aussendung des Landes um Müll, der gebührenpflichtig zu entsorgen wäre.

Dieses Material sei zudem völlig ungeeignet als Ausgangsprodukt für Hackschnitzel, da es giftige Stoffe wie Lacke und Klebstoffe enthalte, die beim Verbrennen Gift- und Schadstoffe erzeugen und auch Schäden an der Feuerungsanlage verursachen können.

Nicht zum Verbrennen geeignet und doch verkauft: Landesforstkorps und Carabinieri haben nach genauestens dokumentierten Ermittlungen diese illegale Betätigung großen Ausmaßes gestoppt. Foto. LPA/Landesforstkorps

 

Staatsanwalt Bramante in Kenntnis gesetzt

Nach einem Hinweis im Zuge anderer Ermittlungen hatte das Landesforstkorps vor eineinhalb Jahren die Überwachung der Tätigkeit aufgenommen und im Laufe der Zeit die ungesetzliche Tätigkeit detailliert dokumentiert.

In Zusammenarbeit mit dem Nucleo Operativo Ecologico NOE der Carabinieri wurden - auch in Abstimmung mit der Antimafia-Abteilung der Staatsanwaltschaft Trient - die umfangreichen Ermittlungen und gerichtspolizeilichen Tätigkeiten durchgeführt und bei Staatsanwalt Giancarlo Bramante deponiert.

Diese Aktion, heißt es aus dem Amt für Forstverwaltung, zur Ausforschung einiger schwarzer Schafe trägt dazu bei, dass die Bioenergie aus Hackschnitzeln weiterhin als zukunftsträchtige und saubere Alternative zu fossilen Energieträgern gelten kann. Die zuständigen Behörden würden weitere Kontrollen durchführen.

stol