Samstag, 30. Mai 2020

Burgstall: Anonymer Brief an den Bürgermeister

Für Kopfschütteln sorgt dieser Tage ein offener Brief an den Burgstaller Bürgermeister Othmar Unterkofler, in dem gefordert wird, die im März bei einem Brand zu einem großen Teil zerstörte Metzgerei Pfitscher aus Sicherheitsgründen an einem anderen Standort in Burgstall neu zu errichten. Dies berichtet das Tagblatt „Dolomiten“ am Samstag.

Othmar Unterkofler (links) und Lukas Pfitscher.
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Othmar Unterkofler (links) und Lukas Pfitscher. - Foto: © fm
„Dieses Schreiben zirkuliert im Dorf und im Internet, mir wurde es aber noch nicht zugestellt“, sagt Unterkofler.

Der offene Brief stammt angeblich von mehreren Familien, die nahe der Metzgerei wohnen. Um welche Familien es sich dabei handelt, geht aus diesem Schreiben aber nicht hervor; es wurde anonym in Umlauf gebracht. In dem Brief dreht es sich unter anderem um die Löscharbeiten, die damit zusammenhängende Verunreinigung des Trinkwassers, um Geruchs- und Lärmbelästigung sowie um Gefahren.

Der heutige Standort der Metzgerei in der Nähe eines Wohngebiets sei nicht ideal, schreiben die Familien. Weil die Anlage komplett abgerissen und neu errichtet werden müsse, sei es ratsam, den Betrieb auszusiedeln, weil es alternative Standorte gebe. Die Verfasser des Briefes sammeln derzeit Unterschriften für einen Standortwechsel der Großmetzgerei, die der Gemeindeverwaltung angeblich bereits am Mittwoch übergeben werden sollen.

Aktion dürfte keinen Erfolg haben

Diese Aktion dürfte aber nicht von Erfolg gekrönt sein, denn eines steht bereits fest: „Wir werden am heutigen Standort festhalten und dort unser Produktionsgebäude neu errichten“, betont Lukas Pfitscher, der Juniorchef der G. Pfitscher GmbH.

Für eine eventuelle Verlegung habe es Gespräche zwischen dem Unternehmen, der Gemeindeverwaltung und Grundbesitzern gegeben. Es stehe in der Gemeinde Burgstall aber kein etwa 20.000 Quadratmeter großes Grundstück zur Verfügung, das ideal liege und innerhalb kürzester Zeit bebaubar sei.

Wiederaufbau soll im Sommer beginnen

„Wir werden im Sommer mit dem Wiederaufbau beginnen, denn wir sind unseren etwa 90 Mitarbeitern, den Kunden und Lieferanten verpflichtet, baldmöglichst in die Normalität zurückzukehren“, kündigt Pfitscher an. Zudem stimme es nicht, dass die gesamte Anlage abgerissen werden müsse: Das Verwaltungsgebäude mit Archiv und Detailgeschäft, die über 4000 Quadratmeter große Tiefgarage und die Heizzentrale seien vor den Flammen gerettet worden.

Bürgermeister Unterkofler ergänzt: „Laut einem Landesgesetz hat die Familie Pfitscher das Recht, ihren Betrieb nach diesem Brand am heutigen Standort in derselben Größe neu zu errichten.“ Darüber hinaus wäre es auch ein Problem, nach einer Aussiedelung eine Zweckbestimmung für das heutige Firmenareal an der Romstraße zu finden.

Pfitscher verspricht, bei dem Neubau in Sachen Umwelt- und Brandschutz über die gesetzlichen Vorschriften hinaus Maßnahmen zu setzen, um die Nachbarn künftig noch weniger zu belasten. „Und wir als Gemeindeverwaltung werden mit Auflagen dafür sorgen, dass die Belastung auf ein Minimum reduziert wird“, betont Unterkofler, der Nachbar der Metzgerei ist.

fm