Dienstag, 07. Januar 2020

Buschbrände in Australien: Nach Regen neue Hitzewelle

Regen und kühlere Temperaturen haben die Feuerwehr-Arbeit bei den Bränden im Südosten Australiens zuletzt erleichtert. Aber auch diese Woche soll es wieder teilweise 40 Grad und heißer werden.

Die Rauchschwaden der Buschfeuer in Australien sind weit zu sehen.
Die Rauchschwaden der Buschfeuer in Australien sind weit zu sehen. - Foto: © APA/afp / HANDOUT

Der Feuerwehrchef des Bundesstaates New South Wales, Shane Fitzsimmons, sagte am Dienstag, die mehr als 2600 Helfer nutzten die „günstigen Bedingungen“, um sich vorzubereiten, bevor die Brandgefahr am Freitag voraussichtlich wieder steigen dürfte.

Feuer können noch Monate lang andauern

Es wird befürchtet, dass die Feuer in Australien noch Monate dauern. An der Grenze von New South Wales und Victoria bewegten sich 2 Brände aufeinander zu, so dass ein Riesenfeuer entstehen könnte.

In der isolierten Küstenstadt Mallacoota warteten noch Hunderte Menschen darauf, per Schiff gerettet zu werden.

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Seit Beginn der großen Brände im Oktober sind landesweit 25 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 2000 Häuser sind zerstört. Mehr als 10 Millionen Hektar brannten nieder – das entspricht beinahe der Größe von Belgien.

Am Dienstag hieß es, auf die Versicherungen kämen bislang Kosten von 700 Millionen australischen Dollar zu, das sind etwa 430 Millionen Euro. Nach Angaben des australischen Versicherungsverbands gab es fast 9000 Schadensmeldungen – es wird aber erwartet, dass die Zahl noch deutlich steigt.

Die australische Regierung hatte am Montag ein Hilfspaket für die Brandregionen im Umfang von 2 Millionen australischen Dollar angekündigt.

Zahlreiche Prominente zeigen sich weiter solidarisch: Der australische Schauspieler Chris Hemsworth („Thor“) hat nach eigenen Angaben eine Million australische Dollar (620000 Euro) gespendet.

Am Freitag erneuter Temperaturanstieg erwartet

Die Feuerwehr nutzte am Dienstag einen kurzen Wetterumschwung, um die verheerenden Buschbrände im Osten des Landes wenigstens teilweise einzudämmen. Die derzeitigen Bedingungen mit leichten Regenfällen und geringeren Temperaturen seien „viel günstiger“, sagte der Leiter der Feuerwehr in New South Wales, Shane Fitzsimmons.

Es gehe darum, in der kurzen Hitzepause „den Schutz zu verstärken“, um das weitere Ausbreiten der Brände zu verhindern - bevor die Temperaturen wieder steigen sollen.

Völlig erschöpfte Helfer sind laut Fitzsimmons dabei, Eindämmungslinien neu zu ziehen und kontrollierte Gegenfeuer zu legen. In einigen schwer betroffenen Gemeinden konnte die Stromversorgung einstweilen wieder hergestellt werden, wie die Energieversorger mitteilten.

Die Behörden erwarten zum Freitag hin einen erneuten Temperaturanstieg. Dutzende riesige Feuer waren trotz der leichten Regenfälle am Montag weiterhin völlig außer Kontrolle. Zudem wächst die Furcht, dass sich zwei Brände in New South Wales und Victoria zu einem weiteren Riesenfeuer verbinden könnten.

Die am 20. Jänner beginnenden Australian Open, das erste Tennis-Grand-Slam-Turnier des Jahres, sind nach Angaben der Organisatoren nicht in Gefahr. In den vergangenen Tagen war die Metropole Melbourne, in der das berühmte Sportereignis stattfindet, in Rauchschwaden gehüllt. Dadurch wuchs die Sorge bei Spielern und Fans vor gesundheitlichen Risiken. Top-Spieler Novak Djokovic sagte, die Organisatoren sollten als letztes Mittel eine Verschiebung des Turniers in Betracht ziehen, falls sich die Bedingungen nicht verbesserten.

apa