Samstag, 11. Juli 2020

Wegen Corona-Schutzmaßnahmen attackiert: Busfahrer gestorben

Ein bei einem brutalen Angriff verletzter Busfahrer in Frankreich ist tot. Fahrgäste hatten ihn wegen der Corona-Schutzmaßnahmen verprügelt.

In mehreren Städten gab es in Bussen und Trams eine Schweigeminute für den verstorbenen Busfahrer.
In mehreren Städten gab es in Bussen und Trams eine Schweigeminute für den verstorbenen Busfahrer. - Foto: © shutterstock
Der Busfahrer war zu Beginn der Woche hirntot erklärt worden und befand sich in einem Krankenhaus. Frankreichs Innenminister Gerald Darmanin sprach den Angehörigen und Kollegen des Mannes sein Beileid aus. „Diese abscheuliche und feige Tat darf nicht ungestraft bleiben“, schrieb Darmanin.

Der Angriff auf den Ende 50 Jahre alten Mann hatte in Frankreich für Entsetzen gesorgt. Berichten zufolge hatte der Fahrer am Sonntag im nahe der Grenze zu Spanien gelegenen Bayonne mehrere Menschen an einer Haltestelle zurückgewiesen. Sie wollten demnach trotz Maskenpflicht ohne Schutzmasken und gültige Fahrscheine in den Bus einsteigen. Die Zurückgewiesenen griffen den Busfahrer an; er wurde heftig auf den Kopf geschlagen.

4 Tatverdächtige wurden Berichten zufolge festgenommen. Gegen 2 von ihnen, einem 22- und einen 23-Jährigen, wird demnach wegen versuchten Totschlags ermittelt, gegen die 2 weiteren Verdächtigen wegen unterlassener Hilfeleistung. Am Mittwochabend hatten sich in Bayonne rund 6000 Teilnehmer zu einem Marsch für den Busfahrer und seine Angehörigen versammelt. In mehreren Städten gab es in Bussen und Trams eine Schweigeminute für ihn.

Der Bus fuhr für einen Verkehrsverbund in der ländlichen Region im Département Pyrenees-Atlantiques. Als Reaktion auf den Angriff auf ihren Kollegen haben Busfahrer des Verbunds zu Beginn der Woche von ihrem Recht Gebrauch gemacht, wegen hoher psychischer Belastung ihre Arbeit zeitweise niederzulegen.

Ruf nach harten Strafen in Frankreich

Nach dem gewaltsamen Tod des Busfahrers hat Frankreichs Premier Jean Castex versichert, dass die Justiz „die Täter dieses verabscheuungswürdigen Verbrechens bestrafen“ wird. Französische Politiker rufen nach harten Strafen. „Dieser barbarische Akt erfordert die schärfsten Sanktionen gegen die 4 Täter“, forderte der konservative Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi. „Ich denke an seine Frau und seine Kinder und fordere schwere Strafen für diese Mörder“, erklärte der konservative Abgeordnete Éric Ciotti.

apa/dpa/stol

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