Weitere Klagen wegen mutmaßlicher Verleumdung erstattete die 41-Jährige gegen den Reporter Alessandro De Giuseppe der Fernsehsendung Le Iene sowie gegen den ehemaligen Carabinieri-Kommandanten Francesco Marchetto.<BR /><BR />Nach Angaben italienischer Medien wirft Stefania Cappa dem Anwalt De Rensis Anstiftung zu Straftaten mit dem Ziel der Verleumdung und falschen Verdächtigung vor. Hintergrund sind Medienberichte und Spekulationen im Zusammenhang mit den neuen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Pavia gegen Andrea Sempio. Mitglieder der Familie Poggi seien dabei wiederholt öffentlich mit dem Fall in Verbindung gebracht worden, ohne jemals offiziell als Beschuldigte registriert worden zu sein.<BR /><BR />In den Anzeigen ist laut Bericht auch von „koordinierten Aktivitäten“<BR />die Rede, die nicht nur die öffentliche Meinung, sondern möglicherweise auch Ermittlungen beeinflusst haben sollen. Die Ermittlungen zu der Anzeige führt der Mailänder Staatsanwalt Antonio Pansa. Bei der Staatsanwaltschaft liegen demnach bereits zahlreiche weitere Beschwerden der Familien Poggi und Cappa gegen Social-Media-Nutzer, Blogger, Journalisten und Youtuber wegen mutmaßlicher Verleumdung und Belästigung vor. De Rensis reagierte gelassen auf die Anzeige. Die Entwicklung sei für ihn „einer der schönsten Tage“ seit der Wiederaufnahme der Ermittlungen, sagte der Anwalt im Fernsehsender Rai2. Nun könne endlich manches geklärt werden.<BR /><BR />Die Staatsanwaltschaft Pavia hatte die neuen Ermittlungen gegen Andrea Sempio in den vergangenen Tagen abgeschlossen. Im ursprünglichen Verfahren war bereits der damalige Freund des Opfers, Alberto Stasi, zu 16 Jahren Haft rechtskräftig verurteilt worden. Der ehemalige Wirtschaftsstudent hatte stets seine Unschuld beteuert.<BR /><BR />Stefania Cappa und ihre Zwillingsschwester Paola stehen im Zusammenhang mit dem Fall seit Jahren im Fokus medialer Berichterstattung, obwohl sie nie beschuldigt oder angeklagt wurden. <BR />Früh gerieten sie nach der Tat ins Rampenlicht, nachdem sie eine Fotomontage veröffentlichten, auf der sie gemeinsam mit Chiara Poggi zu sehen waren. Zu den Personen, die die Zwillingsschwestern angezeigt haben, zählen unter anderem ein ehemaliger Carabinieri-Unteroffizier, ein TV-Reporter sowie ein Verteidiger von Alberto Stasi. Die Akten liegen der Staatsanwaltschaft in Mailand vor. Andrea Sempios Vater hat inzwischen die Unschuld Andreas bekräftigt. „Andrea ist unschuldig, mein Sohn hat Chiara Poggi nicht getötet. Und wir stehen fest dazu. Die Vorwürfe gegen ihn sind eine Gemeinheit“, sagte Giuseppe Sempio den Nachrichten TG1. Seine Familie halte an der Überzeugung der Unschuld fest.<BR /><BR />Der Vater des Beschuldigten erklärte weiter, sein Sohn sei am Tattag zunächst mit ihm zusammen gewesen und anschließend nach Vigevano gefahren. „Es gibt Fotos, die dies bezeugen“, sagte er. Die Verteidigung arbeite daran, die Vorwürfe zu entkräften. Innerhalb der gesetzlichen Frist von 20 Tagen sollen laut den Anwälten Liborio Cataliotti und Angela Taccia entsprechende Gutachten eingereicht werden.