<b>Herr Stocker, haben die Kinder um Hilfe gerufen, als Sie auf der Postbrücke mit dem Streifenwagen ankamen?<BR /></b>Markus Stocker: Da waren schon ein Haufen Leute und unter der Brücke die drei Kinder auf einer Art Insel – jedes Kind auf einem anderen Stein. Hilferufe haben wir nicht gehört.<BR /><BR /><b>Was taten sie dann?<BR /></b>Stocker: Wir haben uns angeschaut und gesagt, wir können nicht warten, bis die Feuerwehr kommt. Es war schon dunkel, und wir wollten so schnell wie möglich hinunter zu den kleinen Kindern, bevor sie ins Wasser geraten und möglicherweise abgetrieben werden. Wir sind zuerst Richtung Sissi-Park gelaufen, um eine Stelle zu finden, in die Passer zu gelangen. Aber die rund zehn Meter Hohe Passermauer verhindert das. Also sind wir zurück über die Postbrücke und hinauf Richtung Wandelhalle und beim ersten Zugang hinein das Passerbett. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1354233_image" /></div> <BR /><BR /><b> Sie sind in Uniform ins Wasser?</b><BR />Stocker: Ja, genauso wie wir aus dem Auto ausgestiegen sind. Es war gar nicht so einfach im Finstern im Wasser – einmal im Sand, einmal auf rutschigen Steinen – die 200 Meter bis zu den Kindern zurückzulegen. Einmal reichte das Wasser bis zu den Knien, dann wieder bis zur Hüfte und man spürte auch den Sog. Deswegen brauchten wir eine gewisse Zeit, bis wir die Kinder erreicht haben. <BR /><BR /><b>Wie ging es den Kindern, als sie sie erreicht haben?</b><BR />Stocker: Sie wirkten erschrocken und verdattert, waren nass und zitterten. Wir haben sie auf den Arm genommen und nach dem Namen gefragt. Dann versuchten wir, sie noch oberhalb der Postbrücke ans linke Ufer zu bringen. Dabei stand ich plötzlich bis zum Bauchnabel im Wasser. Ich hatte im Dunkeln gar nicht gesehen, wie tief die Passer dort ist. Und es war alles andere als einfach, mit dem Kind auf dem Arm, das Gleichgewicht zu halten. Dann wurde uns bedeutet, zum Ausstieg unterhalb der Postbrücke zu kommen. Dort gibt es die Eisenleiter, die über die Mauer führt. Auf dem Weg hinauf wurde mir dann das Kind von der Feuerwehr abgenommen.<BR /><BR /><b> Waren die Eltern auch da?</b><BR />Stocker: Ja, die waren verständlicherweise ziemlich fertig und hatten irgendwie noch nicht richtig begriffen, was da passiert ist. Sie haben sich natürlich bedankt.<BR /><BR /><b>Hat Ihnen das Kind erzählt, was sie in der Passer wollten? </b><BR />Stocker: Es meinte, sie hätten einen Punkt in der Passer ausgemacht und aus Abenteuerlust versucht, diesen zu erreichen.