Warum er im August zu einem besonderen Termin wieder in der Passerstadt sein könnte, verrät er im Exklusiv-Interview mit s+. <BR /><BR /><b>Herr General, was tun die Carabinieri mit einem eigenen Info-Stand bei Asfaltart? <BR /></b>Armeekorpsgeneral Andrea Rispoli: Wir danken der Stadtverwaltung für die Einladung und nutzen die Gelegenheit, bei einer Veranstaltung, die viele junge Menschen in die Passerstadt lockt, für wichtige Themenbereiche zu sensibilisieren – und zwar altersübergreifend. <BR /><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1038261_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><b>Welche Themenbereiche?</b><BR /><BR />Rispoli: Biodiversität, Ökosysteme, Umwelt, Agrar- und Nahrungsmittelsysteme: All diese Bereiche haben gemeinsam, dass sie bei uns mit dem Wort „Schutz“ verbunden werden. Wir wollen damit betonen: Die Tätigkeit des Kommandos für Forst-, Umwelt-, Agrar- und Lebensmittelschutz (Cufaa) richtet sich nicht gegen etwas, sondern stets für den Schutz von dem, was für die Allgemeinheit von überlebenswichtiger Bedeutung ist. <BR /><BR /><BR /><BR /><b>Wie will man das bei Asfaltart vermitteln? <BR /><BR /></b>Rispoli: Am Infostand zeigen wir Beispiele aus Flora und Fauna – davon ausgehend können die Bürger spezifische Aspekte vertiefen. Erziehung und gemeinsame Werte: Das sind die beiden Faktoren, auf die wir bei der Sensibilisierung setzen. <BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-65140615_quote" /><BR /><BR /><BR /><BR /><b>Woran arbeitet Ihr Kommando derzeit?</b><BR /><BR />Rispoli: Kürzlich gab es eine Tagung zum urbanen Grün. Das mag widersprüchlich klingen. Grün oder auch Forst – auf Italienisch „foresta“ – kommt auch von „forestiero“, was soviel wie „Fremder“ oder „außerhalb“ bedeutet. Gemeint ist das, was außerhalb der Stadtmauern liegt. Wir wollen dies zusammenführen und haben öffentliche Verwaltungen, Forscher, Experten, Ordnungshüter, Privatpersonen und Organisationen zur Tagung eingeladen, um mehr Grün in den Städten zu schaffen.<BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><b>Welche Bedeutung hat das urbane Grün?</b><BR /><BR />Rispoli: Mehr als nur eine. Im Sommer werden Städte zu Hitze-Inseln. Das Grün fungiert als Lunge der Stadt und versorgt sie mit frischer Luft. Darüber hinaus sind Parks Treffpunkte für Menschen, bieten Möglichkeiten, um Sport zu treiben. Berechnungen der Vereinten Nationen zeigen, dass rund 70 Prozent der Bevölkerung bis 2050 in den Städten angesiedelt sein wird. Das bedeutet für die öffentlichen Verwaltungen eine Herausforderung, die es bis dahin zu meistern gilt.<BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-65140618_quote" /><BR /><BR /><BR /><BR /><b>Wie schätzen Sie die Sensibilität Südtirols in Sachen Umweltschutz ein?</b><BR /><BR />Rispoli: Südtirol hat mit der sprachlichen und kulturellen Vielfalt einen großen Vorteil: Diversität ist ein Teil seiner Geschichte. Das ist auch eine gute Voraussetzung, um eine entsprechende Sensibilität für Biodiversität zu entwickeln und zu leben. Kürzlich erhielten einige Organisationen und das Land eine Auszeichnung von Legambiente für die Biotop-Patenschaften. Daran erkennt man, dass die Zusammenarbeit zwischen Institutionen die Sensibilität der Bürger für dieses Thema stärkt, aber auch das Vertrauen der Bevölkerung in die Institutionen. Aus diesem Grund arbeitet die Cufaa auch mit allen möglichen Akteuren zusammen, nicht zuletzt auch Forscher. Biotope sind in dieser Hinsicht von enormer Bedeutung – sie sind wie Forschungszentren unter freiem Himmel und ihr Zustand symptomatisch für die Umweltbedingungen. <BR /><BR /><BR /><BR /><b>Apropos Forschung und Überwachung: Diesbezüglich gibt es so einige Projekte, an denen Sie arbeiten.<BR /></b><BR />Rispoli: Mittels Satelliten und Sensoren an Bäumen arbeiten wir an der Überwachung der Wälder – die „sprechenden Bäume“ werden dann wichtige Informationen über Waldbrandgefahr, illegale Rodung, oder Borkenkäferbefall geben, sodass man früh genug eingreifen kann. Die Zusammenarbeit mit Forschern ist auch hier wichtig – es ist ein Wettbewerb, an dem alle teilnehmen können – und eine absolut gesunde Form der Konkurrenz.<BR /><BR /><b>Stehen in Südtirol weitere Termine an, an denen auch Sie anwesend sein werden? <BR /></b><BR />Rispoli: Ich hoffe, im August die Möglichkeit zu haben, in Meran ein Buch zu präsentieren, an dem ich mit anderen Autoren gearbeitet habe und das im April dieses Jahres veröffentlicht wurde. Es heißt „Bonaparte a Verona“. Sich mit Geschichte zu befassen ist wichtig, um die Gegenwart besser zu verstehen und sie mit Vernunft zu beurteilen.