Freitag, 09. Januar 2015

Caritas: 1,8 Millionen Euro für Erdbebenopfer in Haiti

Am 12. Jänner 2010 hat ein verheerendes Erdbeben Haiti verwüstet. 230.000 Menschen starben, eineinhalb Millionen hatten kein Dach mehr über dem Kopf. Südtirol zeigte sich solidarisch mit den Erdbebenopfern in Haiti: Insgesamt gingen fast 1,8 Millionen Euro auf den Spendenkonten der Caritas Diözese Bozen-Brixen ein.

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Foto: © shutterstock

„Mit den Spenden haben die Südtiroler Bevölkerung dazu beigetragen, das Überleben tausender Menschen zu sichern, Häuser, Schulen, Krankenhäuser und Infrastrukturen wieder aufzubauen und Programme im Bereich der Schulbildung, sozialen Fürsorge und der Existenzsicherung zu fördern. Sie haben den Familien Hoffnung gegeben“, bedanken sich die beiden Direktoren der Caritas Heiner Schweigkofler und Paolo Valente. 

Dank der Hilfsbereitschaft von 8.493 Spendern aus Südtirol konnte die Caritas sofort nach dem Beben mit der Nothilfe starten.

430.000 Euro für medizinische Ausrüstung

Teams von Katastrophenhelfern haben mit Unterstützung von Freiwilligen Sammelstellen in 32 Pfarreien eingerichtet, wo Lebensmittel, Trinkwasser, Hygieneartikel und überlebenswichtige Güter an 300.000 Familien verteilt wurden.

In acht großen Zeltstädten wurden Latrinen, Duschen und Wasserauffangbecken errichtet, Zelte, Matratzen, Notbetten, Moskitonetze, Hygieneartikel und Desinfektionsmaterial verteilt und für medizinische und psychologische Unterstützung gesorgt. Sieben medizinische Teams waren in mobilen Kliniken auch außerhalb der Notlager im Einsatz. Insgesamt hat die Südtiroler Caritas dafür 430.000 Euro eingesetzt. 

Ein Teil der betreuten Familien erhielt während des Wiederaufbaues Hilfe, damit sie sich ihren Haushalt und eine Existenzgrundlage neu aufbauen konnten. Sie bekamen medizinische Betreuung, Lebensmittel, Hygieneartikel und Kochutensilien sowie Unterstützung bei der Wiederaufnahme von landwirtschaftlichen Aktivitäten und Viehzucht. Dafür hat die Südtiroler Caritas 662.000 Euro verwendet. 

450.000 Euro für Wiederaufbau

Weitere 100.000 Euro sind in Programme zur Eindämmung der Cholera und zur  Wiederaufnahme der medizinischen und chirurgischen Versorgung in zwei Krankenhäusern geflossen. Um vor allem den Kindern nach der Katastrophe ein Stück Normalität zurückzugeben, beteiligte sich die Caritas Diözese Bozen-Brixen an einem Schulprogramm des Salesianerordens. Mit 50.000 Euro stellte sie 6.500 Buben und Mädchen Bücher, Hefte und Schreibutensilien zur Verfügung.

Für den Wiederaufbau hat die Südtiroler Caritas insgesamt 450.000 Euro an Spendengeldern eingesetzt. In Gressier, einem Außenbezirk der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince beteiligte sie sich am Aufbau von 500 erdbebensicheren Häusern für 2.500 sozial schwache und besonders bedürftige Menschen.

In Croix de Bouquets, das ebenfalls in der Peripherie von Port-au-Prince liegt, wurde der Aufbau einer Siedlung für Waisenkinder nach dem uns bekannten Kinderdorf-Modell unterstützt. 150 Waisenkinder und Sozialwaisen zwischen sechs und 15 Jahren bekommen dort ein sicheres Zuhause und schulische Bildung.

Die Siedlung umfasst zehn komplett eingerichtete Familienhäuser mit Bädern, ein Haus für Lehrer und das Hauspersonal, einen Speisesaal, eine Waschküche, eine Krankenstation und Spielplätze. Die Materialen für den Bau und die Ausstattung wurden dabei im Land selbst eingekauft, die Arbeiten an lokale Betriebe ausgegeben. Das brachte zusätzliche Unterstützung für die Wirtschaft des Landes - vor allem für kleinere Familienbetriebe.

Die restlichen Spendengelder aus Südtirol fließen in ein Kleinkreditprogramm. 3.000 Familien werden dadurch beim Neuanfang durch den Aufbau von kleinen Handwerks-, Landwirtschafts- und Fischereibetrieben unterstützt.

stol