Donnerstag, 09. Juli 2015

Caritas darf in Brixen nicht mehr sammeln

Mitte Juli muss die Caritas ihre Gebrauchtkleider-Container in der Stadt Brixen entfernen. Stattdessen wird nun die Sozialgenossenschaft MeboCoop ihre Sammelbehälter aufstellen.

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Wie bekannt, haben die Brixner Stadtwerke die Gebrauchtkleidersammlung auf Gemeindegebiet heuer erstmals ausgeschrieben. An der Ausschreibung beteiligt hat sich allerdings nur ein einziger Teilnehmer, die Sozialgenossenschaft MeboCoop, die sie dann auch gewonnen hat. „Wir als Caritas haben nicht mitgemacht, weil wir das unseren Spendern gegenüber als nicht seriös empfunden hätten“, sagt Guido Osthoff.

Der Mindestbetrag, den man pro gesammelter Tonne hätte bezahlen müssen, habe sich auf 200 Euro belaufen – 70 Euro davon müssten an die Stadtwerke bezahlt und 130 Euro an die Gemeinde Brixen für soziale Projekte weitergegeben werden. „Damit wäre der Caritas nichts geblieben, im Gegenteil, rechnet man die Kosten für Entleerung, Wartung, Neuanschaffung etc. der Container dazu, hätten wir sogar noch draufzahlen müssen“, rechnet Osthoff vor.

Wo die Caritas-Container bleiben

Im Stadtgebiet von Brixen muss die Caritas deshalb nun ihre auf öffentlichem Grund stehenden Container verräumen.

Die Bevölkerung hat dennoch noch die Möglichkeit, ihre gut erhaltene und tragfähige Gebrauchtkleider an die Caritas zu spenden: bei der landesweiten Gebrauchtkleidersammlung am 7. November sowie in den an Brixen angrenzenden Gemeinden wie Vahrn, Lüsen, Klausen, Feldthurns und Natz-Schabs.

Außerdem werden demnächst zwei neue Container in Sarns aufgestellt werden. „Darüber hinaus wollen wir ab August im Zweiwochenrhythmus gut erhaltene Gebrauchtkleider im Vinzentinum entgegennehmen“, kündigt Osthoff an.

„Dafür gab’s keine rechtliche Notwendigkeit“

„Wir finden die Vorgehensweise der Brixner Stadtwerke sehr bedauerlich, zumal es dafür keine rechtliche Notwendigkeit gegeben hätte“, kritisieren die beiden Caritas-Direktoren Franz Kripp und Paolo Valente. „Die Caritas sammelt südtirolweit seit etwa 40 Jahren Gebrauchtkleider ein. Vor 20 Jahren haben wir dann auch mit der Container-Sammlung begonnen. Wir haben dazu ein gut funktionierendes System entwickelt und die erwirtschafteten Gelder für wichtige Dienste für Menschen in Not eingesetzt, wie etwa die Schuldnerberatung oder die Hospizbewegung. Wenn das Beispiel Schule macht, dann geht uns eine wichtige Einnahmequelle für Menschen in Not verloren.“

stol