Samstag, 20. Juni 2015

Caritas: Die Menschenwürde der Flüchtlinge muss geachtet werden

Anlässlich des Weltflüchtlingstages am Samstag hat die Caritas einen Tag der offenen Tür in ihrer Dienststelle Migrantes organisiert. Besonders betont wurde dabei, dass einer großen Professionalität bedarf, um die Rechte jener Menschen zu verteidigen, welche in unserem Land Schutz suchen.

"Die Menschenwürde der Flüchtlinge muss geachtet werden", betonte der Caritas-Direktor Paolo Valente beim Tag der offenen Tür der Dienststelle Migrantes am Samstag.
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"Die Menschenwürde der Flüchtlinge muss geachtet werden", betonte der Caritas-Direktor Paolo Valente beim Tag der offenen Tür der Dienststelle Migrantes am Samstag. - Foto: © STOL

„Die Menschenwürde der Flüchtlinge, die in unser Land kommen, muss geachtet werden. Wir können zweierlei tun: Sie aufnehmen und uns ernsthaft über die Ursachen ihrer Flucht befragen“, unterstrich Caritas-Direktor Paolo Valente am Samstag.

Rechtsprechung noch nicht weit entwickelt

Der Weg der Asylbeantragung sei oft lang und beinhaltet manchmal sogar eine Wartezeit von zwei Jahren, wenn man die Zeiten gerichtlicher Streitbeilegungen berücksichtigt. „Die Materie ist nicht leicht zu verstehen”, erläutert die Anwältin und Expertin für Asylrecht Maria Grazia Tedesco im Zuge des Tags der offenen Tür. Die Rechtsprechung sei noch nicht sonderlich weit entwickelt und es fehle an einem starken Eingreifen des Staates, um die Integration derer zu fördern, denen internationaler und humanitärer Schutz gewährt wird.

„Oft ist das Angebot für diejenigen, die vom staatlichen System anerkannt werden, zu schwach“, erklärt Danilo Tucconi, Leiter des Caritas-Dienstes Migrantes. „Der Einsatz in unseren Strukturen beschränkt sich nicht darauf, Unterkünfte bereitzustellen, sondern wir unterstützen die Migranten bei der Arbeitssuche sowie beim Spracherwerb und geben Antworten auf Grundbedürfnisse wie die persönliche Pflege und Hygiene.“

Zahlreiche Anlaufstellen im ganzen Land

In Südtirol bietet die Caritas den Flüchtlingen Aufnahme in den Häusern Arnika, Aaron und Sara sowie Hilfs- und Begleitungsdienste für Flüchtlinge und Migranten - in Bozen mit dem Dienst Migrantes und der Flüchtlingsberatung, in Meran mit der Migrantenberatung Moca und in Bruneck mit der Beratungsstelle Input.

Nach einem Vortrag der Anwältin Maria Grazia Tedesco zum Thema „Der internationale Schutz: menschliche und rechtliche Aspekte“  wurde in der Dienststelle in der Bozner Romstraße 85 die Ausstellung mit dem Titel „Mein Zuhause“ eröffnet. Darin werden Bilder von Kindern gezeigt, die im Haus Migrantes untergebracht sind.  Im Anschluss daran konnten die Räumlichkeiten des Dienstes unter der Führung von Caritas-Mitarbeitern besichtigt werden.

stol