Freitag, 23. November 2018

Caritas: Gewalt der Männer an Frauen muss gestoppt werden

Die Gewalt an Frauen hat viele Gesichter. Sie kann körperlich sein, sexuell oder seelisch. Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am Sonntag ruft die Caritas dazu auf, sich gegen diese Gewalt einzusetzen und präventiv tätig zu werden.

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Foto: © shutterstock

Darauf zielt auch die Männerberatung der Caritas ab. Sie bietet ein kostenloses Anti-Gewalt-Training für Männer mit gewalttätigem Verhalten in Paarbeziehungen oder innerhalb der Familie an sowie für Männer, die Stalking-Verhalten aufweisen. „Gewalt muss nicht sein. Sie kann gestoppt werden“, zeigt sich der Leiter des Caritas-Dienstes, Guido Osthoff überzeugt.

Anti-Gewalt-Training für Männer

In Italien und weltweit erleidet eine von drei Frauen über 15 Jahren Gewalt. Der Tag gegen Gewalt an Frauen will auf diese traurige Statistik hinweisen und gegen Gewalt sensibilisieren. Denn Verurteilungen allein reichen nicht aus. „Nur wer das eigene Gewaltverhalten erkennt und die Verantwortung dafür bewusst übernimmt, kann etwas dagegen tun“, erklärt Guido Osthoff, Leiter der ersten Männerberatung in Italien. Deshalb biete der Caritas-Dienst seit 2011 ein Anti-Gewalt-Training für Männer an, die entweder bereits Zuhause Gewalt ausgeübt haben oder die sich mit dem Thema näher auseinandersetzen möchten. 

Das Training wird in enger Zusammenarbeit mit den Frauenhäusern und mit dem Amt für Kinder- und Jugendschutz und soziale Inklusion der autonomen Provinz Bozen organisiert. Ziel des Trainings ist es, das Gewaltverhalten langfristig zu stoppen. Dazu lernen die Teilnehmer, die emotionalen Auslöser für die eigene Gewalt zu untersuchen und Konflikte konstruktiv zu bewältigen. Sie üben Techniken zur Impulskontrolle, damit sie auch in Krisensituationen Gewalt vermeiden können.

„Oft sind sich die Männer am Anfang des Trainings gar nicht bewusst, was sie mit ihrem Verhalten anrichten. Sie tendieren dazu, ihre Taten herunterzuspielen sehen Gewalt durchaus als normal an“, berichtet Guido Osthoff. Deshalb lernen die Teilnehmer auch, ihr Problem zu visualisieren und dadurch Verantwortung für ihr Verhalten zu übernehmen.

Wöchentlich 1 bis 2 Stunden Training

Das Anti-Gewalttraining richtet sich nach dem Konzept des opferschutzorientierten Täterprogramms. Es wird in deutscher und in italienischer Sprache angeboten und von zwei speziell dafür ausgebildeten Fachkräften geleitet und erstreckt sich  in der Regel über einen Zeitraum von 8 Monaten, wobei  wöchentliche ein- oder zweistündigen Treffen in den Räumlichkeiten der Caritas Männerberatung vorgesehen sind. Die Teilnahme ist kostenlos. „Viele Männer tun sich schwer, ihren Platz in der Gesellschaft und in der Familie zu finden. Manche neigen in solchen Konfliktsituationen zu Gewalt. Doch das muss nicht sein. Es gibt Hilfe”, lädt der Leiter der Männerberatung ein, sich zu melden. 

Interessierte Männer oder auch ihre Angehörigen können sich an die Caritas Männerberatung wenden und zwar unter den Bozner Lauben 9 bzw. Gummergasse 6, Tel. 047 1324 649, [email protected]. Auf Anfragen finden Beratungen auch in Meran und Brixen statt.

stol

stol