Mittwoch, 05. Oktober 2016

Caritas nimmt Beratung wieder auf

Am Freitag aufgekündigt, nimmt die Caritas ihre Flüchtlingsberatung „spätestens nächste Woche“ wieder auf. Dazu rudert das Land bei den Kriterien zur zeitweiligen Aufnahme von Flüchtlingen in einem Punkt zurück: Bleiben dürfen auch Jugendliche bis 18 Jahre.

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In Rom trifft Landeshauptmann Arno Kompatscher am Donnerstag auf Innenminister Angelino Alfano. Mit ein Thema: 400 Menschen außerhalb der Quote leben in Südtirol bzw. Bozen. „So viele wie in keiner anderen Region“, klagt Landesrätin Martha Stocker. „Außerhalb der Quote bedeutet meist auch außerhalb von Regeln“, fügt sie hinzu.

Man brauche klare Regeln, erklärt Kompatscher: „Wir haben eine humanitäre Aufgabe, aber die Regeln sind einzuhalten.“ Es gehe nicht an, dass Menschen außerhalb der Quote hierher kommen, „weil es ihnen hier besser gefällt“, obwohl ihnen anderswo sogar schon ein Platz zugewiesen worden ist. „So bricht das ganze System in sich zusammen“, so Kompatscher.

Leider müsse die Caritas auch Kontrolltätigkeiten ausüben. „Der Löwenanteil muss bei Polizei, Land und Gemeinden liegen“, so Kompatscher. Etwas bleibe aber wohl immer bei der Caritas, „um festzustellen, wer Anrecht auf Dienstleistungen und Angebote hat“.

Caritas-Direktor Franz Kripp bestätigte am Dienstag eine „gute Gesprächsbasis“. Es liefen Gespräche, den Beratungsdienst wieder aufzunehmen. „Diesen haben wir nur suspendiert, nicht aufgekündigt“, meint er. Die Kernaufgaben der Flüchtlingsberatung bestehen in Rechtsberatung sowie in der Ausgabe von Kärtchen für die Essensausgabe. „Letztere hat auch diese Woche immer funktioniert, und die Rechtsberatung lässt sich kurzfristig wieder aufnehmen“, sagt Kripp. Einen genauen Termin gebe es noch nicht. „Spätestens aber nächste Woche, wahrscheinlich auch früher“, meint Kripp.

bv/stol

stol