Donnerstag, 15. November 2018

Caritas: „Not ist näher als du denkst“

Knapp 30.000 Kinder und Jugendliche unter 25 Jahren gelten laut offiziellen Daten in Südtirol als armutsgefährdet. Das drängt sie immer weiter an der Rand der Gesellschaft. Um dem entgegenzuwirken, stellt die Caritas in diesem Jahr dieses Thema in den Mittelpunkt der Hilfskampagne „Not ist näher als du denkst“.

Bei der Pressekonferenz am Donnerstag: Von links Paula Tasser, Guido Osthoff, Renata Plattner, Paolo Valente und Brigitte Hofmann. - Foto: DLife
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Bei der Pressekonferenz am Donnerstag: Von links Paula Tasser, Guido Osthoff, Renata Plattner, Paolo Valente und Brigitte Hofmann. - Foto: DLife

Armut von Kindern und Jugendlichen hat viele Gesichter: „Finanzielle Not der Eltern ist häufig ein Auslöser dafür. Die Eltern sind entweder schon seit längerem arbeitslos, allein erziehend oder besonders kinderreich. Auch familiäre Konflikte, Vernachlässigung oder Schicksalsschläge wie plötzliche Krankheit oder Todesfälle können Familien und damit Kinder und Jugendliche ins Schleudern bringen., zählt Caritas-Direktor Paolo Valente auf. 

„Kinder und Jugendliche, die in Armut aufwachsen, haben auch geringere Entwicklungschancen, als ihre Altersgenossen. So können sie zum Beispiel keine Freizeitangebote wie weiterbildende Kurse oder Familienausflüge leisten, welche die besonderen Talente und das Wissen der Kinder und Jugendlichen fördern.“ Armut habe jedoch auch gesundheitliche Auswirkungen: „Sie sind häufiger krank und leiden unter Nervosität und Schlafstörungen. Auch leiden sie unter psychischem Druck, Zukunftsängsten, Einsamkeit und permanenter Unsicherheit.“

Aber nicht nur finanzielle Armut drängt Heranwachsende an den Rand der Gesellschaft. Oft ist es auch eine körperliche oder geistige Beeinträchtigung. „Eine Beschäftigung oder Arbeit kann ihnen dabei helfen, Kontakte zu knüpfen und an der Gesellschaft teilzuhaben. Das gibt ihnen Selbstvertrauen und Selbstachtung“, erklärt Paula Tasser, Leiterin mehrer Caritas-Einrichtungen in Meran. 

Paolo Valente appelliert daher an die Gesellschaft. „Wir sollten nicht wegschauen, wenn wir all diese not sehen, sondern helfen!“ Genau das sei auch das Ziel der Kampagne: Betroffene ermutigen, sich Hilfe zu suchen, selbst zu helfen und die Bevölkerung zu sensibilisieren. 

stol

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