Der Bericht untersucht die Lage in Italien anhand von Daten, Studien und Gesprächen mit Fachkräften, Ehrenamtlichen und Angehörigen. Er zeigt, wie stark soziale Faktoren und Ungleichheit die psychische Gesundheit beeinflussen.<BR /><BR />Laut Caritas hat sich die Situation in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert. Besonders betroffen sind junge Menschen, Frauen und Personen mit Migrationserfahrung. Kritisiert werden Kürzungen im Bereich der psychischen Gesundheit, geschwächte wohnortnahe Betreuungsformen und wachsende Ungleichheiten beim Zugang zu Behandlungen.<BR /><BR />Die Studie nennt auch mögliche Lösungen: eine bessere Zusammenarbeit von Sozial- und Gesundheitsdiensten, eine stärkere Rolle des Dritten Sektors sowie mehr Rechte für Betroffene.<h3> Viele Betroffene reden aus Scham nicht über seelische Not</h3>Im Jahr 2024 unterstützte das Caritas-Netzwerk in Italien 277.775 Menschen. 14,6 Prozent von ihnen hatten gesundheitliche Probleme. Bei 4,4 Prozent wurden psychische Belastungen festgestellt. Die tatsächliche Zahl dürfte höher liegen, da seelische Not oft schwer zu erkennen ist und viele Betroffene aus Scham nicht darüber sprechen.<BR /><BR />Insgesamt begleitete Caritas 2024 rund 7.742 Menschen mit psychischen Problemen. Am häufigsten wurden Beziehungs- und andere psychologische Schwierigkeiten (38,5 Prozent) festgestellt, gefolgt von Depressionen (28,9 Prozent) und psychiatrischen Erkrankungen (26,8 Prozent).<BR /><BR />In den vergangenen zehn Jahren ist vor allem die Zahl der Menschen mit Depressionen stark gestiegen - um 154 Prozent. Der Anstieg liegt deutlich über dem allgemeinen Zuwachs der Hilfesuchenden.<BR /><BR />Psychische Probleme treten meist zusammen mit anderen Schwierigkeiten auf. Fast 80 Prozent der Betroffenen hatten drei oder mehr Problembereiche. Dazu zählen vor allem Arbeit, Wohnen, Gesundheit und familiäre Beziehungen, aber auch Bildung, Behinderung und Sucht.<h3> Sie sind in einer verzweifelten Lebenssituation? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Hier gibt es Hilfe:</h3>Im akuten Notfall: Notrufnummer 112<BR /><BR />Bei psychischer Belastung:<BR /><BR />Psychologisches Krisentelefon 24/7: Grüne Nummer 800 101 800 (richtet sich sich hauptsächlich an Menschen in existenziellen Krisensituationen) zu jeder Tages- und Nachtzeit erreichbar<BR /><BR />Für jungen Menschen: Young+Direct: Montag bis Freitag (14:30 - 19:30 Uhr) telefonisch erreichbar unter 0471 155 1 551 - zu den gleichen Zeiten auch per WhatsApp Chat : 345 0817 056 - oder per Mail: online@young-direct.it<BR /><BR />Psychologische Dienste (zu Bürozeiten)<BR />Bozen: 0471 435001<BR />Meran: 0473 251960<BR />Bruneck: 0474 586220<BR />Brixen: 0472 813100<BR /><BR />Caritas Telefonseelsorge<BR />Telefon: 0471 052 052 (rund um die Uhr)<BR />www.telefonseelsorge.bz.it<BR />Mailberatung: rund um die Uhr<BR />Chatraum: Mo bis Do von 18 bis 21 Uhr<BR /><BR />Erste Hilfe im Krankenhaus (Bozen, Meran, Brixen und Bruneck) : Psychiatrischer Bereitschaftsdienst rund um die Uhr<BR /><BR />Weitere Anlaufstellen für betroffene Menschen und Angehörige:<BR />www.suizid-praevention.it & www.dubistnichtallein.it