Mit 70 Cent pro Kopf und Jahr rechnet Oberstaller, umzulegen auf die Müllgebühren. „Der einzelne Bürger wird also nicht viel spüren“, beruhigt er. <BR /><BR />Zur Erinnerung: Im heurigen Mai hatte die Caritas angekündigt, nach 51 Jahren die Gebrauchtkleidersammlung einzustellen. Und gleichzeitig ist in der Europäischen Union seit dem 1. Jänner eine neue Regelung zu Textilabfällen in Kraft: Altkleider dürfen nicht mehr im Restmüll landen, sondern müssen recycelt werden.<BR /><BR /><b>Ausschreibungen über Bezirksgemeinschaften</b><BR /><BR />Nach dem ersten Schreck in den Gemeindestuben hat man mit der Lösungssuche begonnen: „Es macht keinen Sinn, wenn das jede Gemeinde für sich alleine organisiert, deshalb wird es wohl über die Bezirksgemeinschaften und mit Ausschreibungen laufen“, kündigt Oberstaller an, der das Thema am Freitag auch im Rat der Gemeinden noch einmal angesprochen hat. Sozialgenossenschaften wie Renovas und Albatros haben bereits Erfahrung und könnten bei den Ausschreibungen mitmachen. „Wir haben schon recht gute Konzepte und im Lauf des kommenden Jahres sollten die Sammlungen über die Bezirksgemeinschaften und Ausschreibungen überall starten können“, so der Gemeindenverbands-Chef.<BR /><BR />„Der größte Unterschied zu bisher“, so Oberstaller weiter, „ist, dass die Sammlung nicht mehr kostenlos wie früher über die Caritas sein wird. Mit den Ausschreibungen fallen natürlich Kosten an.“ Und weil die Müllentsorgung gebührenfinanziert ist, werden diese zusätzlichen Kosten auf die Tarife umgelegt. Doch Oberstaller beruhigt: „Wir haben die Kosten bereits grob überschlagen: Es dürften 70 Cent pro Kopf und Jahr ausmachen. Der Bürger wird es also nicht wirklich spüren.“ <BR /><BR />Die Mengen, die in Südtirol an gebrauchten Textilien zusammenkommen, sind aber durchaus beachtlich: rund 8500 Tonnen. 3500 Tonnen wurden davon 2024 von der Caritas und anderen Organisationen eingesammelt. Tendenz steigend. <BR /><BR />„Es wird immer mehr gekauft und immer mehr entsorgt“, bedauert Oberstaller. Es sei daher wichtig, „die Thematik auf einigen Ebenen anzugehen, darunter als erstes die Sensibilisierung im Bereich übermäßigen Konsums“. <BR /><BR />Danach müsse es um die „bestmögliche Wiederverwertung in lokalen Kreisläufen“ gehen. Und drittens gehe es darum, „die organisatorische und logistische, bestmöglich dezentrale Abwicklung mit Einbezug aller öffentlichen und privaten Akteure“ zu finden.<BR /><BR />Mehr Spielraum dürfte es für Südtirol in Sachen Müllentsorgung übrigens mit dem Inkrafttreten der Autonomie-Reform geben, wenn der Einfluss der Regulierungsbehörde ARERA zurückgefahren wird und nur die europäischen Richtlinien zählen.