An die beiden Caritas-Dienste Schuldnerberatung und Sozialberatung wenden sich vorwiegend Personen mit finanziellen Schwierigkeiten: Der Großteil der 1751 Hilfesuchenden, die sich im vergangenen Jahr an die beiden Dienste wendeten, hatten zwar eine Arbeit, kamen damit aber nicht über die Runden.Die meisten hatten Schwierigkeiten bei der Bezahlung der Miete und Mietnebenkosten, sowie um die Existenzsicherung. Foto: Caritas Neue Mitbürger beanspruchten Hilfe Nach wie vor war der Bedarf an Unterstützung von Asylwerbern und Flüchtlingen groß: Die Caritas führt 11 Flüchtlingshäuser, worin 2017 mehr als 600 Personen beherbergt wurden.Im vergangenen Jahr konnte die Caritas bei der Integration den Schwerpunkt auf die Unterstützung bei der Arbeits- und Wohnungssuche legen. Weiterbildung, Freiwilligenarbeit und Arbeitserfahrungen sind dabei wichtige Säulen.60 Prozent der Bewohner der Flüchtlingshäuser haben bis Dezember vergangenen Jahres eine Beschäftigung gefunden. Neben der Arbeit ist auch das Wohnen ein großes Thema: Die meisten Bewohner, die in den vergangenen 2 Jahren die Caritas-Häuser verlassen mussten, haben dank eines speziellen Auszugsmanagements eine Unterkunft in Südtirol gefunden.„Südtirol hilft“Schnelle und unbürokratische finanzielle Hilfe für Familien und Einzelpersonen in Südtirol, die in Not geraten sind: Das ist das Ziel der Hilfsplattform „Südtirol hilft“, welchen der Bäuerliche Notstandsfond, die Caritas und die Südtiroler Krebshilfe gemeinsam mit den beiden Radiosendern Südtirol 1 und Radio Tirol sowie dem Medienhaus Athesia vor 12 Jahren gegründet haben.267 Einzelpersonen und Familien haben bei dieser Anlaufstelle im Jahr 2017 Hilfe in Anspruch genommen. Die dafür verwendeten Gelder stammen größtenteils aus der vorweihnachtlichen Spendenaktion, bei welcher es unter anderem Promis zu ersteigern und eine Reise mit dem Traumschiff zu gewinnen gab. Am Spendenmarathon am 22. Dezember haben sich auch wieder zahlreiche Südtiroler beteiligt.800 obdachlose Frauen und Männer Wohnungslosigkeit gibt es auch in Südtirol: Dabei entsprechen die Betroffenen längst nicht mehr dem klassischen Bild des „Obdachlosen“, sondern stammen aus unterschiedlichen sozialen Schichten und Personengruppen.Auffällig ist, dass immer mehr ältere Männer und jüngere Frauen kein Dach mehr über dem Kopf haben. In Südtirol führt die Caritas insgesamt 9 Einrichtungen für Menschen in akuter Wohnungsnot. Im vergangenen Jahr haben dort knapp 800 Männer, Frauen und Familien ein Dach über dem Kopf und umfangreiche Unterstützung gefunden279 suchten wegen einer Sucht Hilfe In der Psychosozialen Beratung erhalten die Betroffenen Hilfe von erfahrenen Psychologen und Therapeuten. Diese informieren über Behandlungsmöglichkeiten und bieten Beratung und Begleitung an. Dabei wird auch die Ausgangslage, die zur Sucht geführt hat, berücksichtigt und aufgearbeitet.Vielfach waren es Verlusterlebnisse, Kränkungen, Arbeitsplatzbedingungen und Brüche im Leben, die das innere Gleichgewicht so sehr ins Wanken gebracht haben, dass die Situation nicht mehr bewältigbar schien. Foto: Caritas Mehr als die Hälfte der Betreuten wurden wegen ihrer Alkoholsucht behandelt, 11 Prozent wegen Medikamentenabhängigkeit 5 Prozent wegen Glücksspielsucht und 3 Prozent wegen Essstörungen. Bei fast der Hälfte aller Betreuten hat sich die Situation im Laufe des Jahres verbessert, circa jeder Fünfte galt sogar als beschwerdefrei.Ein Netzwerk für das Leben In Südtirol nimmt sich jede Woche eine Person das Leben, täglich finden 1 bis 3 Suizidversuche statt. Diese Zahlen sowie der eindrucksvolle Vortrag des Niederländers Viktor Staudt im Mai des vergangenen Jahres in Bozen, der bei einem misslungenen Suizidversuch beide Beine verlor, haben zur Entstehung eines südtirolweiten Netzwerks zur Suizidprävention beigetragen. Foto: Caritas Insgesamt sind dort mehr als 20 verschiedene gemeinnützige und öffentliche Einrichtungen und Organisationen vertreten. Koordiniert wird das Netzwerk maßgeblich durch die Caritas, die EAAD-EOS Genossenschaft, das Forum Prävention, den Verein „Telefono Amico“ und durch Vertreter der psychiatrischen und psychologischen Dienste, der Notfallseelsorge sowie der Deutschen Bildungsdirektion.20 Jahre an der Seite von Sterbenden und Trauernden Die Hospizbewgung setzt sich seit nun 20 Jahren für eine würdevolle, letzte Zeit vor dem Tod ein: Die ehrenamtlichen Hospizbegleiter unterstützen Menschen in der wohl schwersten Zeit des Lebens: Sie haben Zeit zum Reden, zum Zuhören oder einfach nur zum Dasein.Auch für trauernde Angehörige hat die Hospizbewegung immer neue Angebote entwickelt. Neben Einzelbegleitungen bietet sie inzwischen auch begleitete Trauergruppen an, beispielsweise für Eltern, die ein Kind verabschieden mussten und für Angehörige von Suizidopfern. Seit 2 Jahren gibt es auch sogenannte „Trauercafés“ in verschiedenen Südtiroler Ortschaften.Freiwillige Helfer – wichtiger als je zuvor 2017 haben sich 190 Frauen und Männer als interessierte freiwillige Helfer gemeldet. 1100 Helfer bildeten sich im Laufe des Jahres fort.stol