Vor dem Gerichtstermin übermorgen steht jedenfalls fest: Darf der Badeteich nicht öffnen, könnte das neuerlich das Ende der „Cascade“ bedeuten.<BR /><BR />In Sand in Taufers liegen die Nerven blank: Opposition und Gemeindeführung liefern sich zur „Cascade“ einen öffentlichen Schlagabtausch, in den sozialen Netzwerken wird teils heftig und unter der Gürtellinie diskutiert, Kommentare gelöscht, Profile offline gestellt sowie Erklärungen und Distanzierungen veröffentlicht. Die Debatte setzt Bürgermeister Josef Nöckler und Sportcenter-Alleinverwalter Reinhard Innerhofer hörbar zu. <BR /><BR />Nach einer Krisensitzung heute Vormittag zieht die Gemeindeführung vorerst einen klaren Schluss: Alles liege nun in den Händen des Gerichts, das morgen entscheiden wird, ob der Naturbadeteich im Sommer ohne neuerliche Ausschreibung vergeben werden darf.<BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-75415133_quote" /><BR /><BR />„Lautet die Antwort Ja, öffnen wir den Badeteich in den nächsten Tagen. Lautet sie Nein, bleibt die gesamte ,Cascade‘ geschlossen“, sagt Nöckler und deutet an, dass diese Entscheidung durchaus endgültig sein könnte. Längst sei die Anlage ein Fass ohne Boden. „Schraubt man rechts oben, fehlt es links unten“, bringt er es auf den Punkt. Außerdem sei sein Regierungsprogramm klar: „95 Prozent davon beschäftigen sich mit Wichtigerem – und trotzdem dreht sich seit Monaten alles nur mehr um die ,Cascade‘“. Und er stellt der oppositionellen SVP die Rute ins Fenster: Sie könne dann gerne wieder einen Misstrauensantrag stellen. <BR /><BR />Zur Erinnerung: Vor dreieinhalb Jahren hatte die damalige Gemeindeverwaltung unter dem Bürgerlisten-Bürgermeister Nöckler den Betrieb der „Cascade“ wegen der ausufernden Kosten eingestellt. Es folgten eine Gemeindekrise, ein Misstrauensantrag der SVP gegen Nöckler und Neuwahlen – aus denen Nöckler gestärkt hervorging. <BR /><BR />Der Bürgermeister geht jetzt noch einen Schritt weiter: Er denkt laut darüber nach, die Vertrauensfrage zu stellen und mit der Zukunft der „Cascade“ zu verbinden. Das ständige Hickhack im Gemeinderat und im Dorf habe das Maß des Erträglichen längt erreicht und gehe auch zulasten der Gesundheit, sagt Nöckler deutlich. <h3> „Verantwortlichkeiten liegen einzig beim Konzessionär“</h3>Für Alleinverwalter Reinhard Innerhofer ist nach Prüfung aller Unterlagen jedenfalls klar: Die Ausschreibung, im Zuge derer ein Konzessionär den Zuschlag erhielt, dessen Name im Dorf bereits früher für Diskussionen gesorgt hatte – sei „ordnungsgemäß, kontrolliert und rechtlich abgesichert“ gewesen. Und die ersten Monate hätten auch Anlass zu Hoffnung gegeben. Ebenso klar sei aber auch, dass die „alleinige und einzige Verantwortung“ für nicht bezahlte Gehälter und bereits verkaufte Jahresabos beim mittlerweile ehemaligen Konzessionär liege. Der Bürgermeister stellt aber auch klar, dass sämtliche offenen Forderungen zu begleichen seien, nicht nur jene gegenüber der Gemeinde. <BR /><BR />Unabhängig vom Ausgang des Gerichtsverfahrens am Donnerstag bleibt die grundsätzliche Frage offen, wie es mit der „Cascade“ langfristig weitergeht. Die mittlerweile 16 Jahre alte Anlage gilt als sanierungsbedürftig, was für die Gemeinde aber finanziell derzeit nicht realisierbar ist. Die Anlage hat die Gemeinde bereits hoch verschuldet – eine Last, die bis heute abgetragen wird.