Bürgermeister Josef Nöckler nutzte den Abend für einen ausführlichen Rückblick auf die 18-jährige Geschichte der „Cascade“. Dabei ließ er keinen Zweifel daran, wen er für die heutige Situation verantwortlich macht. Schon der Baubeschluss im Gemeinderat sei 2009 denkbar knapp gefallen, die Finanzierung von Anfang an unzureichend gewesen. Aus ursprünglich veranschlagten 12 Millionen Euro seien rund 22 Millionen geworden – „aufgrund falscher Planung, unzureichender Finanzierung, Überschreitung der Baukosten, laufender Baufehler, Rechtsspesen“, führte Nöckler aus. 2011 sei die „Cascade“ eröffnet worden und belaste die Gemeinde bis heute. Die Freizeitanlage wurde nicht nur zum finanziellen, sondern auch zum politischen Wendepunkt: Mit der Bürgerliste übernahm jene Gruppierung die Gemeindeführung, die das Projekt von Anfang an kritisch gesehen hatte.<BR /><BR />Nöckler war es dann auch, der die Anlage 2022 aufgrund von Betriebsverlusten von täglich 2.400 Euro schließen ließ. Nur Sauna und Badeteich wurden unter privater Führung wieder geöffnet, das Hallenbad blieb zu. Für den Bürgermeister ist klar: Die Gemeinde könne sich die Gesamtanlage nicht leisten. Vorrang hätten der Schuldenabbau sowie Investitionen in Kindergärten, Schulen, Wohnen und Infrastruktur. Eine vollständige Wiederöffnung der „Cascade“ komme für ihn nur infrage, wenn Betrieb und Investitionen finanziell abgesichert seien – mit Nachbargemeinden, Tourismusvereinen und privaten Partnern. Entsprechende Bemühungen seien bisher aber erfolglos geblieben. Sollte der Gemeinderat diesen Weg nicht mehr mittragen, stelle er sein Amt zur Verfügung, betonte er mehrfach.<BR /><BR />Reinhard Innerhofer, der Alleinverwalter der Sport Center GmbH, schilderte anschließend die aktuelle Situation. Nach dem Scheitern des privaten Konzessionärs seien Außenstände von rund 130.000 Euro aufgelaufen, wovon etwa 30.000 Euro durch eine Bankgarantie gedeckt seien. Die Sport Center GmbH wolle den Naturbadeteich im Sommer jedenfalls noch öffnen, derzeit fehle aber noch ein Bademeister. Innerhofer appellierte deshalb an alle, bei der Suche mitzuhelfen. Auch für die Sauna gebe es Interessenten, sagte Nöckler. Das Hallenbad aber bleibe zu. Nöckler sprach – auf Nachfrage nach einem längerfristigen Ausblick – eine weitere Möglichkeit an: Es gebe Angebote, bei der „Cascade“ ein Hotel der gehobenen Kategorie zu errichten. Unter der Voraussetzung, dass das Land zusätzliche Gästebetten genehmige und der Betreiber Schwimmbad und Sauna auch der lokalen Bevölkerung zugänglich mache.<BR /><BR />In der Diskussion wurden einmal mehr alte Rechnungen beglichen. Den Fehlentscheidungen damals wurden Versäumnisse heute entgegengehalten, von fahrlässigem Verhalten, fehlender Kommunikation, mangelndem Willen und Vertrauensbruch war die Rede. Neben aller Kritik war jedoch auch eines spürbar: Vielen liegt die „Cascade“ am Herzen. Mehrfach wurde darauf verwiesen, dass die Anlage mit Steuergeld errichtet worden sei und die Bevölkerung noch lange für sie bezahlen werde. Deshalb wolle man die gesamte Anlage auch nutzen können. Gleichzeitig wurden Mitarbeit, neue Ideen und sogar eine Volksbefragung angeregt. Mehrere Redner appellierten schließlich, die parteipolitischen Grabenkämpfe hinter sich zu lassen. Die „Cascade“ solle nicht zur Dauerbaustelle der Gemeindepolitik werden, sondern wieder das, wofür sie einst gebaut wurde.