Mittwoch, 09. März 2016

Cavalese vor 40 Jahren: das (erste) Seilbahnunglück mit 43 Toten

Es handelt sich um den folgenschwersten Unfall einer Luftseilbahn weltweit bis heute - ereignet hat er sich im Trentino: Beim Unglück am 9. März 1976 stürzte eine voll besetzte Kabine der Cermisbahn ab und forderte 43 Tote. Ein tragischer Vorfall, der nicht der einzige bleiben sollte.

Die Gondel des Unglücks von 1976. - Foto: Ansa
Die Gondel des Unglücks von 1976. - Foto: Ansa

Die Cermisbahn verbindet den Ort Cavalese im Trentino mit dem Cermis, einem Berg der Bergkette Lagorai.

9. März 1976: Eine mit 43 Fahrgästen und dem Gondelführer besetzte Kabine fuhr talwärts. Starker Wind warf das Zugseil der Bahn über das Tragseil. In solchen Fällen wird eine Zwangsbremsung ausgelöst, die den Motor, der die Seilbahn bewegt, sofort und automatisch stoppt. 
Diese Sicherheitsschaltung versagte. So rieben die beiden Stahlseile über eine längere Strecke aufeinander, bis dann kurz nach 17.30 Uhr das Tragseil riss. Die Kabine stürzte 50 Meter tief auf einen Steilhang und überschlug sich dort mehrmals. Das etwa 3 Tonnen schwere Tragwerk riss ab, stürzte auf die Kabine und zertrümmerte sie vollständig.

Die Folge: 43 Tote. Nur die 14-jährige Mailänderin Alessandra Piovesana überlebte das Unglück geschützt von anderen Körpern. Sie starb 2009 an einer Krankheit. 

Das Tragseil der Bahn war zwei Wochen zuvor behördlich kontrolliert und für in Ordnung befunden worden. Das Unglück zog zwei Prozesse nach sich. Einmal wurde ein Goldelführer, dann der diensthabende Chef zu drei Jahren Haft wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. 

22 Jahre später wurden Cavalese und die Cermisbahn erneut von einem Unglück heimgesucht. 

Die andere Seilbahnkatastrophe von Cavalese

3. Februar 1998: Ein US-Kampfjet vom Typ EA-6 Prowler raste mit 870 Stundenkilometern über den norditalienischen Skiort Cevalese, als es zu einem folgenschweren Unglück kam: Der rechte Flügel des tief fliegenden Jets traf das Kabel der Seilbahnanlage und durchtrennte es. Eine Kabine stürzte ab und riss 20 Menschen in den Tod.

Auch das Kampfflugzeug wurde bei der Kollision schwer beschädigt, konnte aber noch auf der 90 Kilometer entfernten Militärbasis von Aviano notlanden. Der Film „Sekunden vor dem Unglück“ rekonstruiert den Ablauf und die Folgen des Unglücks von 1998:

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stol

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