Montag, 03. Dezember 2018

Chanukka : Das jüdische Lichterfest beginnt

Babylonisches Exil, Hellenismus, Römer: Die Juden sind stolz darauf, durch alle Wirren der Geschichte ihre Religion bewahrt zu haben. Mehrere Feste im jüdischen Kalender gehen auf die Erzählungen der Selbstbehauptung und Rettung vor Auslöschung des jüdischen Volkes zurück – so auch Chanukka, das Lichterfest. Das jüdische Lichterfest wird dieses Jahr vom 3. Dezember bis zum 10. Dezember gefeiert.

Nach Einbruch der Dunkelheit wird täglich eine Kerze der Chanukkia, einem acht- oder neunarmigen Kerzenleuchter, angezündet. Das 9. Licht  ist der Diener (Schamash); nur mit ihm dürfen die anderen angezündet werden.
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Nach Einbruch der Dunkelheit wird täglich eine Kerze der Chanukkia, einem acht- oder neunarmigen Kerzenleuchter, angezündet. Das 9. Licht ist der Diener (Schamash); nur mit ihm dürfen die anderen angezündet werden. - Foto: © shutterstock

Die erste Kerze wird aber bereits je am Vorabend entzündet – in diesem Jahr also am Sonntag, dem 2. Dezember. Der Tag wird Erew Chanukka genannt. Das Fest findet immer am 25. Tag des jüdischen Monats Kislew statt. Eingeführt wurde das Fest von Juda Makkabi und seinen Brüdern im jüdischen Jahr 3597 (164 v. Chr.).

In jenem Jahr wurde nach dem Makkabäeraufstand die jüdische Religion in Judäa wieder erlaubt, der Tempel wieder eingeweiht. Daher hat das Fest seinen Namen, denn „Chanukkat habajit“ bedeutet Einweihung des Tempels, „Chanukka“ also Einweihung.

Chanukka erinnert aber auch an ein Wunder, das sich an diesem Tag bzw. Nacht ereignet hat. 

Die Legende vom Öl-Wunder

Als die Juden den zurückeroberten Tempel aufräumten, fanden sie nur ein kleines Fässchen Öl, um das Licht im Tempel zu entzünden. Das kleine Fläschchen Lampenöl reichte an sich nur für eine Nacht, aber am Ende brannte es acht Tage lang - ein Wunder! Deshalb wird Chanukka acht Tage lang gefeiert und an jedem Tag wird ein Licht entzündet. 

Die Legende vom Öl-Wunder ist übrigens nicht in der Bibel zu finden, sondern im Talmud, dem Lehrwerk des jüdischen Glaubens.

Chanukka ist ein Familienfest

Die Feierlichkeiten finden abends im Rahmen der Familie statt. Dabei wird aus der Tora vorgelesen und an die Vergangenheit gedacht. An die Kinder werden an jedem der acht Feiertage kleine Geschenke verteilt. Zum Festmahl gibt es vorzugsweise Ölspeisen, wie zum Beispiel das „Sufganyiot“, eine Art Faschingskrapfen. Diese Speise soll an das Wunder des brennenden Öls im Tempel erinnern.

„Sufganyiot“. - Foto: Shutterstock

Nach Einbruch der Dunkelheit wird täglich eine Kerze der Chanukkia, einem acht- oder neunarmigen Kerzenleuchter, angezündet. Das 9. Licht ist der Diener (Schamash); nur mit ihm dürfen die anderen angezündet werden.

„Chanukka ist ein Familienfest“, erklärt auch der Leiter des jüdischen Museums in Meran, Joachim Innerhofer. Es ist ein fröhliches Fest mit Geschenken. Die Kinder spielen mit dem „Dreidel“, ein Kreisel mit 4 Buchstaben. Es sind die Anfangsbuchstaben des Satzes „Nes gadol haja sham“ – zu Deutsch „Ein großes Wunder ist geschehen.“

Rezept für „Sufganyiot“

Zutaten (für 20 kleine Krapfen):
500 g glattes Mehl
1 Pkg. Trockengerm
1 EL Zucker
1 TL Salz
300 ml warme Milch
125 g geschmolzene Butter
2 Eier
Schale einer unbehandelten Zitrone
1 l Pflanzenöl zum Frittieren
reichlich Marmelade (Erdbeere oder Marille) etwas Staubzucker

Zubereitung

Milch mit dem Trockengerm verrühren und 10 Min. stehen lassen. Zucker, Salz, Butter mit den Eiern und der Zitronenschale verrühren, zuletzt das Mehl unterheben, die Milch-Hefe-Mischung einrühren und so lange kneten, bis ein geschmeidiger Teig entstanden ist. Mit Mehl bestreuen und zugedeckt an einem warmen Ort ca. 1 Stunde gehen lassen, bis die Masse ihr Volumen verdoppelt hat.
Wenn der Teig aufgegangen ist, noch einmal verkneten, eine Rolle von etwa drei cm Durchmesser formen. Die Teigrolle in 20 kleine Portionen teilen und zu Krapfen formen.

An einem warmen Platz weitere 30 Min. zugedeckt gehen lassen. In der Zwischenzeit in einem hohen Topf mindestens 1 Liter Pflanzenöl erhitzen. Die Krapfen portionsweise schwimmend herausbacken, regelmäßig wenden, nicht zu viele gleichzeitig backen. Auf Küchenpapier abtropfen lassen, noch warm halb aufschneiden und mit Marmelade füllen. Mit Staubzucker überzuckern und gleich servieren.

D/stol

stol