Samstag, 02. Februar 2019

Chaos auf der A22: Ein Ende ist (noch) nicht in Sicht

Schon dämmert der Abend, doch ein Ende ist noch nicht in Sicht: Das Chaos auf der A22, das schon den ganzen Samstag über hunderte Einsatzkräfte auf Trab gehalten hat, nimmt (noch) kein Ende, aber die Lage hat sich mittlerweile ein wenig verbessert. Der Verkehrt rollt, wenn auch langsam.

Foto: LFV Bozen
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Foto: LFV Bozen

Der Weg nach Süden zwischen Brenner und Sterzing auf der A22 ist wieder für den Verkehr geöffnet, mehr als Schritttempo ist hier jedoch nicht drin. Weiterhin gibt es kilometerlange Staus wegen Überlastung.

Weitaus schlimmer ist es weiterhin auf der Nordspur: Nachdem etwa 150 Passagiere im Abschnitt zwischen Brixen und Sterzing von den Rettungskräften evakuiert und vom Zivilschutz des Weißen Kreuzes verköstigt wurden (STOL hat berichtet), sind diese mittlerweile wieder in ihre Autos zurückgekehrt.

Nun sind die Einsatzkräfte auf der Strecke bei Klausen unterwegs, wo ebenfalls die Autobahn gesperrt wurde. Hier warten noch immer einige Autofahrer auf ein Weiterkommen, teilweise Familien mit Kindern, die seit Stunden festsitzen. Diese werden nun verpflegt.

Ersten Informationen zufolge konnten nun die eingesperrten Pkw und Busse befreit werden.

Foto: LVF Bozen

Foto: FFW Klausen

Wie der LVF-Bezirksinspektor von Brixen-Eisacktal, Konrad Unterthiner, erklärt, ist es immer noch chaotisch, vor allem auch an der Ausfahrt bei Klausen: „Hier stehen zahlreiche Lkw, die die Autobahn verlassen mussten, aber auch nicht über die Brennerstaatsstraße weiter nach Norden kommen. Die Parkplätze in Bozen, wo die Lkw zunächst hingelotst wurden, sind mittlerweile voll, und auch hier in Klausen ist jetzt alles vollgestellt mit Lkws.“

Derzeit dürfen die Lkw nicht über die Brennerstaatsstraße nach Sterzing, diese ist nur für Pkw geöffnet. Die Lage sei entspannter als noch vor einigen Stunden, so Unterthiner: „Vorbei ist es aber noch länger nicht.“

Neuigkeiten aus dem Lagezentrum

Am Samstagnachmittag gab das Lagezentrum Bozen erneut Auskunft über die aktuelle Lage (17 Uhr):

So ist die Brennerautobahn A22 ab der Einfahrt Sterzing in Richtung Norden für alle Fahrzeuge offen, geschlossen bleibt die Nordspur ab der Einfahrt Bozen Süd. 

Die Fahrspur der A22 in Richtung Süden ist durchgehend befahrbar und wird zusätzlich zum Transitverkehr, für die Ableitung des blockierten Schwerverkehrs von der Nordspur verwendet. 

Die Gesellschaft Brennerautobahn A22 AG ist momentan im Einsatz, um die Befahrbarkeit des Brennerpasses in Richtung Norden zu garantieren. Der Schwerverkehr wird momentan in Richtung Süden abgeleitet.

Die Lage wurde am Samstagvormittag noch zusätzlich durch einen Lawinenabgang auf beiden Fahrbahnen der Autobahn in Grenznähe erschwert, die jedoch sofort geräumt werden konnten.

Das Verkehrshilfspersonal der Autobahn ist gemeinsam mit Technikern, Arbeitern und Einsatzkräften im Einsatz, um jene Lkw, die auf Grund mangelnder Winterausrüstung und unachtsamen Verhalten steckengeblieben sind, zu befreien und so das Straßennetz wieder befahrbar zu machen. 

Auch beim Reschenpass staut es nun auf der Nordtiroler Seite. Der Verkehrsfunk in Nordtirol rät deshalb von der Ausweichroute Reschenpass ab. 

Der Eisenbahnverkehr zwischen Brenner und Bozen ist in beiden Richtungen stark eingeschränkt. Dies betrifft auch den Eisenbahnverkehr auf der Pustertaler Linie zwischen Innichen und Franzensfeste.

stol/liz

stol