„Besonders ärgerlich war, dass die Zugausfälle nicht durch Durchsagen mitgeteilt wurden“, berichtet ein Pendler, der am Montag bei der Haltestelle in Bozen Süd vergeblich auf einen Zug in Richtung Bozen-Bahnhof gewartet hatte. „Auf der Südtirol-Mobil-App schien der Zug um 18.52 Uhr auf, als würde er pünktlich eintreffen. Ein Zug fuhr dann kurz vor 19 Uhr in Richtung Bozen Hauptbahnhof durch, allerdings ohne in Bozen Süd anzuhalten – zum Erstaunen der Leute, die gehofft hatten, einsteigen zu dürfen“, so der Pendler. <h3>Fünf Stunden von Bozen nach Bruneck</h3>Noch schlimmer traf es einen Fahrgast, der zwischen Bruneck und Bozen pendelte: „Bereits morgens steckte mein Zug 20 Minuten im Schlerntunnel zwischen Waidbruck und Blumau. Damit war der Anschlusszug nach Bozen Süd natürlich schon weg.“ Doch damit nicht genug: „Der Zug um 19.19 Uhr in Bozen Süd fiel aus, daher fuhr ich ins Zentrum. Weiter ging es von dort aus erst um 22.29 Uhr. In Bruneck war ich schließlich um 0.15 Uhr“, schildert er. Eine lästige Tatsache seien die krächzenden, leisen Lautsprecher an den Bahnsteigen. „Es ist blanker Hohn, dass Landesrat Daniel Alfreider und die STA immer vom Erfolg des Südtiroler ÖPNV reden, obgleich die reale Situation offensichtlich eine völlig andere ist“, gibt der Pendler zu bedenken.<BR /><BR />Auch heute schien das Chaos noch nicht gelöst zu sein. „Der Zug, der um 9.16 Uhr von Meran nach Bozen fahren sollte, fiel aus. Einen Busersatzdienst gab es nicht. Da wundert man sich, dass Öffis nicht verwendet werden, wenn man nicht einmal imstande ist, einen Ersatzbus zu organisieren“, ärgert sich eine Pendlerin.<h3> Ausfallquote von 4,6 Prozent</h3>Grund für das Chaos war ein Blitzeinschlag in Sigmundskron, in dessen Folge neun Züge der Meraner- und drei Züge der Brennerbahn ausfielen. „Von insgesamt 260 Zügen lag die Ausfallquote am Montag bei 4,6 Prozent“, erklärt Martin Vallazza, Ressortdirektor für Mobilität und Infrastrukturen. Zu Ausfällen am Dienstag würden zunächst keine genauen Informationen vorliegen.