Mit Behinderungen und Blockaden an Dutzenden Mautstellen und Autobahnabschnitten protestieren die Transportunternehmer gegen hohe Treibstoffpreise, Versicherungskosten und angezogene Mautgebühren. Sie wollen ihre Aktion noch bis Freitag fortsetzen, kündigten sie an.Hunderte Lkw-Fahrer stellten ihre Fahrzeuge etwa auf den Autobahnen von Neapel nach Reggio Calabria im Süden oder zwischen Mailand und Venedig im Norden vor Mautstationen quer. Das führte dort zu längeren Autoschlangen. Die Protestmaßnahmen weiteten sich damit von Sizilien aufs Festland aus. Innenministerin Annamaria Cancellieri forderte zum Dialog auf, denn Straßenblockaden seien unannehmbar.Auch zahlreiche deutsche Lkw-Fahrer, die von den Streikaktionen überrascht worden seien, säßen in den Blockaden fest, berichtete der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL). Er forderte die Behörden auf, die Rechte unbeteiligter Fahrer zu schützen. In der Vergangenheit seien bei Übergriffen in Blockaden immer wieder Fahrer verletzt und Fahrzeuge beschädigt worden.Die Taxi-Fahrer protestieren gegen die jüngst eingeschlagene Liberalisierungspolitik der Regierung von Mario Monti, die den Wettbewerb mit der Vergabe von mehr Fahrlizenzen fördern will. Diese Maßnahme ist Teil eines umfangreichen Dekrets, mit dem die Technokratenregierung in Rom Wirtschaftswachstum durch mehr Konkurrenz in verschiedenen Sektoren ermöglichen will.Apotheker in Italien, ebenfalls von dem Dekret betroffen, haben angekündigt, aus Protest landesweit am 1. Februar nicht öffnen zu wollen. Auch die Tankstellenpächter haben mit einem längeren Streik gedroht. Die allermeisten Streik- und Protestmaßnahmen richten sich damit gegen die Spar- und Liberalisierungspolitik der Regierung.dpa