Ein Jazz-Zug aus dem Trentino hatte am Montag in der Früh nördlich von Bozen die Oberleitung beschädigt – anschließend kam es zum völligen Chaos im Zugverkehr: Verspätungen von eineinhalb Stunden und mehr, Ausfälle und auf der Brennerlinie kein Schienenersatzverkehr. <BR /><BR />Ab den Morgenstunden wurden reihenweise Züge gestrichen auf den Linien Brenner-Bozen, Bozen-Meran, Bozen-Trient und Bozen-Verona. Zehn Züge fielen auf der Linie zwischen Bozen und Meran aus und weitere vier Züge auf der Brennerlinie, teilt der Direktor der Südtiroler Transportstrukturen AG, Joachim Dejaco, auf Anfrage mit.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1266816_image" /></div> <BR /><BR />Ein Jazz-Zug, der aus dem Trentino kam, habe gegen 7.30 Uhr nördlich von Bozen die Oberleitung beschädigt – unglücklicherweise zur Hauptverkehrszeit, berichtet Dejaco. Der Schienennetzbetreiber RFI habe die Oberleitung in kurzer Zeit repariert. Zuerst mussten aber die Fahrgäste aus dem beschädigten Zug aussteigen – und dann musste der Zug wegtransportiert werden. Beschädigt worden sei der Zug am Stromabnehmer. Ein Gleis, welches nach Norden in Richtung Brenner führt, war vorübergehend blockiert. Auf den Strecken zwischen Bozen und Meran sowie zwischen Bozen und Trient kamen Ersatzbusse zum Einsatz. Auf der Brennerstrecke hingegen gab es keinen Schienenersatzverkehr.<h3> Zugreisende nur unzureichend informiert</h3>Ärgerlich war für die Zugreisenden, dass sie über die Verspätungen und Ausfälle nur schlecht informiert wurden – denn sonst hätten wohl viele das Auto benützt, statt ewig lange Zugfahrten in Kauf zu nehmen. Eine Frau, die gestern in der Früh von Brixen nach Bozen unterwegs war, berichtete vom Chaos auf der Brennerstrecke. So habe am Bahnhof in Brixen zunächst nichts darauf hingedeutet, dass der Zug nach Meran nicht pünktlich um 8.25 Uhr abfahren würde. Auf dem Monitor im Bahnhof Brixen sei keine Verspätung für diesen Zug angezeigt worden. „Dann ist plötzlich der Zug nach Verona auf dem gleichen Gleis eingefahren, wo sonst der Zug nach Meran um diese Zeit hält“, erzählt die Brixnerin. <BR /><BR />„Viele Fahrgäste, die nach Bozen wollten, sind dann in diesen Zug eingestiegen – nichtsahnend, dass es eine Fahrt werden sollte, die am Ende fast vier Mal so lange wie normalerweise dauern sollte. Zunächst startete der Zug verspätet, dann folgten lange Unterbrechungen in Klausen, Waidbruck, im langen Tunnel von Waidbruck bis Bozen und schließlich noch vor Bozen. Verspätung am Ende: eineinhalb Stunden.“ Ein Mann, der sich in Brixen in den Zug gesetzt hatte, meinte: „Da fährt man ausnahmsweise mal mit dem Zug – und dann das!“ Die Zugbegleiter hatten alle Hände voll zu tun, um die Reisenden über die voraussichtlichen Verspätungen und die Gründe dafür zu informieren. <h3> So funktioniert die Kommunikation bei Ausfällen</h3>Wie ist es zu erklären, dass die Fahrgäste so schlecht über die Situation informiert wurden – auch via App? „Wir haben ein eigenes Team – Info-Manager, die alle Meldungen, welche hereinkommen, in „normale’ Sprache übersetzen und dann über die App ausspielen“, erklärt STA-Geschäftsführer Dejaco. „Wir können aber nur das weitergeben, was wir an Informationen vom Eisenbahnunternehmen Trenitalia und vom Infrastrukturbetreiber RFI erhalten.“ RFI sei auch dafür zuständig, dass Verspätungen und Ausfälle in den Bahnhöfen bekanntgegeben werden. Bei so einem Zwischenfall wie der Beschädigung der Oberleitung hat die Sicherheit der Fahrgäste oberste Priorität, erklärt Dejaco. Am frühen Nachmittag seien die Züge dann wieder pünktlich gefahren. „Wir sind bei der Kommunikation nicht langsam gewesen“, meint Dejaco trotz allem.