Dienstag, 16. Juni 2015

Chaos rund um die dritte schriftliche Maturaprüfung

Beim dritten schriftlichen Teil der Maturaprüfung müssen nun doch nicht fünf Fächer geprüft werden. Dies steht in einer am Dienstagnachmittag veröffentlichten Mitteilung des Unterrichtsministeriums. "Wir sind aus allen Wolken gefallen", erklärt der Bildungslandesrat Philipp Achammer im Interview mit STOL.

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Das Ende Mai veröffentlichte Ministerialdekret hat in Südtirol - ebenso wie in zahlreichen Regionen Italiens - für Unmut gesorgt: In den darin enthaltenen Bestimmungen kam nämlich zum Ausdruck, dass beim dritten schriftlichen Teil der Maturaprüfung fünf Fächer geprüft werden müssen, während bislang immer von einer Kann-Bestimmung die Rede gewesen war.

Das Unterrichtsministerium hat am Dienstag - einen Tag vor Start der Prüfungen - nach zahlreichen Interventionen und Protesten von verschiedenen Stellen und auch vonseiten Achammers - eine Klärung herausgegeben. Darin heißt es im originalen Wortlaut:

"Nessuna sorpresa sulla terza prova dell'Esame di Maturità che non deve obbligatoriamente riguardare cinque materie, come trapelato su alcuni organi di stampa, ma fino ad un massimo di cinque, secondo quanto previsto dal Dm n. 429 del 2000."

Landesrat Philipp Achammer spricht von einer Klärung im letzten Moment: "Das Problem betrifft nicht nur Südtirol, sondern ganz Italien. Vor allem für die Schüler und die Lehrkräfte bedeuten fünf Fächer einen größeren Aufwand. Als uns das Rundschreiben des Ministeriums am Dienstagnachmittag erreichte, fielen wir zunächst aus allen Wolken."

"Denke, dass sich die Kommissionen für das alte Muster entscheiden werden"

Anschließend telefonierte der Landesrat mit dem zuständigen Inspektor, rief auch seine Kollegen in anderen Regionen an. "Ich kann offiziell sagen: Es herrscht das totale Chaos. Das spüren nicht nur wir hier in Südtirol, sondern auch in anderen Regionen."

Dennoch sei er über die - wenn auch sehr kurzfristige - Klärung erleichtert: "Es ist eine Genugtuung zu wissen, dass nun doch nach altem Muster verfahren werden kann. Zwar haben sich die Kommissionen aufgrund des Dekretes nun auf fünf Fächer vorbereitet. Ich gehe jedoch davon aus, dass sich die meisten für eine Prüfung nach dem alten Muster entscheiden werden: Drei Fächer plus Italienisch", so Achammer abschließend.

liz/lpa

stol