Samstag, 02. November 2019

„Charlie Hebdo“-Zeichnerin verteidigt Kritik an Religionen

Eine Zeichnerin des Pariser Satiremagazins „Charlie Hebdo“ hat Religionskritik in ihrem Blatt verteidigt.

Polizisten damals vor dem Büro von Charlie Hebdo in Paris.
Polizisten damals vor dem Büro von Charlie Hebdo in Paris. - Foto: © APA/afp / MARTIN BUREAU

„Wir haben die katholische Religion kritisiert, wir kritisieren den Islam, wir kritisieren Buddhisten dafür, die Rohingya angegriffen zu haben“, sagte Zeichnerin Coco dem Sender Franceinfo am Samstag. Man nehme sich das Recht, Religion zu kritisieren, wie man es immer getan habe.

Kontakt mit der Öffentlichkeit sei wichtig

Die Redaktion wollte am Samstag erstmals seit dem Anschlag im Januar 2015 wieder an einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung beim „Weltforum für Demokratie“ in Straßburg teilnehmen.

Seit dem Angriff sei es der Redaktion wichtig gewesen, wieder in Kontakt mit der Öffentlichkeit zu treten, erklärte Coco. Außerdem seien politische Karikaturen in Gefahr. Die Zeichnerin verwies auf die Entscheidung der US-Zeitung „New York Times“, ihre politischen Karikaturen in der internationalen Ausgabe komplett einzustellen.

17 Menschen waren damals ums Leben gekommen

Bei dem Anschlag auf „Charlie Hebdo“ sowie eine Polizistin und einen jüdischen Supermarkt waren im Januar 2015 insgesamt 17 Menschen aus dem Leben gerissen worden. 2 Islamisten waren am 7. Januar in die Redaktion von „Charlie Hebdo“ eingedrungen und hatten dort zwölf Menschen getötet, unter ihnen mehrere bekannte Zeichner des Blattes.

Coco nahm auch Stellung zur aktuellen Kopftuchdebatte in Frankreich. „Ich bin Feministin, für die Gleichstellung von Männern und Frauen, und ich sehe nicht, wie ich dieses Kleidungsstück verteidigen kann“, sagte sie.

Das Kopftuch sei reaktionär

Tatsache sei, dass das Kopftuch komplett reaktionär sei – allerdings gehöre es auch zum Freiheitsgedanken von „Charlie Hebdo“, dass man niemanden daran hindere, es zu tragen.

Der Streit über das Kopftuch war in Frankreich neu entbrannt, weil eine Mutter mit Kopftuch Schüler bei einem Schulausflug begleitet hatte. Ein rechter Politiker forderte sie auf, die Kopfbedeckung abzunehmen, es kam zu einem Tumult.

dpa