Mittwoch, 11. Dezember 2019

Chilenisches Militärflugzeug vor Antarktis verschollen

Ein chilenisches Militärflugzeug ist auf dem Flug in die Antarktis verschollen und konnte trotz intensiver Suche bisher nicht lokalisiert werden.

Ein chilenisches Flugzeug ist auf seinem Flug in die Antarktis verschwunden.
Ein chilenisches Flugzeug ist auf seinem Flug in die Antarktis verschwunden. - Foto: © APA/afp / JAVIER TORRES

13 Flugzeuge, 4 Schiffe und 3 Satelliten suchten am Dienstag erfolglos nach der C-130 Hercules in Gewässern der Drakestraße, wie die chilenische Luftwaffe mitteilte. An Bord befanden sich 17 Besatzungsmitglieder und 21 Passagiere.

Der Kontakt mit der C-130 war am Montag auf halbem Weg von Punta Arenas auf Feuerland zum Antarktisstützpunkt Presidente Frei abgerissen.

Knapp 2 Stunden nach Start meldete sich die Maschine nicht mehr per Funk. Es sei kein Notruf empfangen worden, erklärte ein Luftwaffen-Sprecher. Auch sei kein Signal der sogenannten Notfunkbake ELT der Maschine zur Kennzeichnung der Notposition wahrgenommen worden. Die C-130 hatte zu dem Zeitpunkt noch Treibstoff für mehrere Flugstunden.

Die Sichtbarkeit und Wetterbedingungen waren gut. Auf der berüchtigten Drakestraße, die den amerikanischen Kontinent von der Antarktis trennt, erreichte der Wellengang jedoch eine Höhe von bis zu 6 Metern. Bei einer Notlandung dürfte das der Besatzung Probleme bereiten. Der Militärtransporter war mit 4 Rettungsflößen ausgestattet, die je 20 Menschen aufnehmen könnten.

Die Suchaktion konzentriert sich auf einer Fläche von rund 25.000 Quadratkilometern auf der Drakestraße. Die Maschine befand sich nach rund 700 Kilometern Flug noch 500 Kilometer von ihrem Ziel entfernt, als der Funkkontakt abbrach. Die C-130 hatte eine Reichweite von rund 3500 Kilometern, weshalb das Flugzeug erst mehrere Stunden später als verunglückt erklärt wurde.

Chiles Staatschef Sebastian Pinera sagte am Dienstag eine Reise nach Argentinien zur Amtsübernahme des Präsidenten Alberto Fernandez ab, um die Suchaktion zu überwachen.

Die von Lockheed Martin gebaute C-130 aus dem Jahr 1978 war 2012 von dem US-Marinekorps an die chilenische Luftwaffe verkauft worden. Die Maschine transportierte Personal, das Wartungsarbeiten an der schwimmenden Pipeline des chilenischen Antarktisstützpunktes verrichten sollte.

An Bord befanden sich neben Luftwaffenpersonal 3 Heeresoffiziere, unter ihnen ein General, und 3 Zivilpersonen.
Der chilenische Stützpunkt Presidente Frei auf der King-George-Insel des antarktischen Süd-Shetland-Archipels wurde 2014 eingeweiht und kann bis zu 150 Menschen beherbergen. Die Basis empfängt im südlichen Sommer auch Touristen.

apa