Mittwoch, 22. Juli 2020

China bereitet Start seiner Mars-Mission vor – Landung riskant

China will voraussichtlich am Donnerstag erstmals ein Raumschiff zu einer Landung auf dem Mars schicken. Der Start von „Tianwen-1“ vom Raumfahrtbahnhof Wenchang auf der südchinesischen Insel Hainan ist zwar offiziell unbestätigt, doch hat die Polizei für Donnerstag besondere Verkehrsbeschränkungen um das Gelände verfügt.

Die Mission zum Mars ist auch deswegen riskant, weil die Landung als besonders gefährlich gilt.
Die Mission zum Mars ist auch deswegen riskant, weil die Landung als besonders gefährlich gilt. - Foto: © APA/afp / STR
Auch kündigte die Nachrichtenseite „Red Star News“ eine Live-Übertragung vom Start der Rakete an, die am Donnerstag online um 12.00 Uhr Ortszeit (06.00 Uhr MESZ) beginnen soll.

Das Raumschiff besteht aus einem Orbiter, einem Landegerät und einem Gefährt, das etwa so groß wie ein kleiner Golfwagen ist. Keine andere Raumfahrtnation hat bei ihrem ersten Mars-Vorhaben wie China gleich eine Landung mit einem Rover versucht. Der Name „Tianwen-1“ kann frei mit „Fragen an den Himmel“ übersetzt werden und ist einem antiken chinesischen Gedicht entlehnt. Das Raumschiff soll im Februar den Mars erreichen, die Landung aber erst Monate danach erfolgen.

Landung auf Mars besonders gefährlich

Der Start wird mit Spannung erwartet, weil die neue, leistungsstarke Rakete vom Typ „Langer Marsch 5“ zum Einsatz kommt, bei deren Entwicklung es einige Fehlschläge gegeben hatte. Die Mission zum Mars ist auch deswegen riskant, weil die Landung als besonders gefährlich gilt. Rund die Hälfte aller bisherigen Versuche anderer Nationen sind schon schief gegangen. Der 240 Kilogramm schwere Rover soll über 90 Mars-Tage, etwa 3 Monate auf der Erde, die Oberfläche erforschen.

Die erste unabhängige chinesische Mars-Sonde ist eine von 3 Flügen zum Mars in diesem Sommer. Das Startfenster ergibt sich dadurch, dass der Mars zwischen Juli und August der Erde am nächsten ist.

So eine Konstellation gibt es nur alle 2 Jahre. Am Montag schickten schon die Vereinigten Arabischen Emirate mit Hilfe einer japanischen Rakete die erste arabische Mars-Sonde ins All, die aber nicht landen soll. Als nächstes planen die USA mit „Perseverence“ (frei übersetzt: Durchhaltevermögen) eine Landung auf dem „roten Planeten“.

dpa

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