Allein für die Anhörung des ehemaligen Kommandanten der Carabinieri-Gesundheits- und Lebensmitteleinheit NAS von Trient, Davide Perasso, der die Masken-Ermittlung geleitet hat, werden mindestens drei Verhandlungstage veranschlagt. <BR /><BR />Seine Einvernahme beginnt am 18. September. Voraussichtlich erst im neuen Jahr startet die Anhörung der weiteren Zeugen. Geladen sind 120 – darunter auch Mitglieder der Landesregierung. Die Prozesstage sind vorerst bis April 2027 festgelegt. Das Verfahren ist ein Wettlauf gegen die Zeit: Die Straftaten, die die Staatsanwaltschaft den drei Angeklagten vorhält, verjähren nämlich schon im November 2027.<BR /><BR />Vor Gericht verantworten müssen sich Ex-Generaldirektor des Sanitätsbetriebs, Florian Zerzer, Oberalp-Geschäftsführer Christoph Engl und der Ex-Vize-Leiter der Covid-19-Taskforce, Dr. Patrick Franzoni. Im Raum steht der Verdacht auf gemeinschaftliche Täterschaft bei betrügerischen Handlungen bei öffentlichen Lieferungen zu Lasten des Sanitätsbetriebs vor – in Engls Fall auch zu Lasten des italienischen Zivilschutzes. <BR /><BR />Die Ermittler beanstanden, dass die aus China importierten Masken und Schutzanzüge trotz negativer Bewertung durch Prüfstellen eingesetzt worden seien. Dr. Franzonis Verteidiger Mattia Praloran hat i9ndes bereits durchblicken lassen, dass er ein neues Gutachten zur Qualität der Schutzausrüstung anstrebt, da sein Mandant erst nach dem entsprechenden Beweissicherungsverfahren (wir berichteten) ins Visier geraten war. <BR /><BR />Sollte der Richter einen neuen Sachverständigen beauftragen, auf dessen Erkenntnisse man warten müsste, wächst die Wahrscheinlichkeit, dass bis November 2027 kein Urteil zustande kommt: Das Verfahren müsste wegen Verjährung eingestellt werden.