Im Zentrum der Verhandlung standen die Vorwürfe des Betrugs bei öffentlichen Lieferungen im Zusammenhang mit Schutzausrüstung, die im März 2020 am Höhepunkt der Corona-Pandemie aus China importiert worden war. Zerzer, der sich bereits bei einer früheren Einvernahme durch seine Verteidigung (Rechtsanwälte Paolo und Federico Fava) zu den Vorwürfen geäußert hatte, wurde gestern im Kreuzverhör mit den detaillierten Anklagepunkten konfrontiert.<BR /><BR />Wie berichtet, hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Zerzer, den damaligen Vizeleiter der Covid-19-Taskforce, Patrick Franzoni, sowie gegen Christoph Engl, Geschäftsführer des Unternehmens Oberalp, erhoben. Der Vorwurf: Die 3 Männer sollen mangelhafte Schutzausrüstung beschafft und in Umlauf gebracht haben. Die Materialien seien im Gesundheitswesen zum Einsatz gekommen, was laut Anklage als betrügerische Handlung bei öffentlichen Lieferungen gewertet wird.<h3> „Nach bestem Wissen und Gewissen“</h3>Vor Gericht wies Florian Zerzer bisher stets sämtliche gegen ihn erhobenen Vorwürfe entschieden zurück. Worüber gestern im Detail hinter verschlossenen Türen gesprochen wurde, wurde nicht bekannt. In seiner ausführlichen Befragung durch den Staatsanwalt soll Zerzer seine Sicht auf die Lage im Frühjahr 2020 geschildert haben. Zerzer hatte stets betont, man habe unter größtem Zeitdruck agieren müssen, um dringend benötigte Schutzausrüstung zu beschaffen. Die Entscheidung, auf bestimmte Anbieter zu setzen, sei nach bestem Wissen und Gewissen getroffen worden.<BR /><BR />Am 8. und 9. Mai sollen die Plädoyers der Verteidigung folgen. Am 16. Mai ist der Abschluss der Vorverhandlung mit Repliken und der abschließenden Diskussion angesetzt.