Hier erfahren Sie alles zu den Ermittlungen und auf wen Oberalp-Chef Heiner Oberrauch seine Hoffnung setzt.<BR /><BR />Die Schiedskommission (Probiviri), die der Sanitätsbetrieb eingesetzt hat, sucht derzeit weiter nach einer außergerichtlichen Einigung über die offene 25-Millionen-Euro-Rechnung für Schutzmaterialien der Firma Oberalp. <BR /><BR />„Wir haben bisher noch kein Geld erhalten“, sagt Oberalp-Chef Heiner Oberrauch. „Politik und Verwaltung haben uns aber immer zu verstehen gegeben, dass für unsere Hilfsmaßnahme nach einer Lösung gesucht wird, und auch die im Dezember eingesetzten Probiviri arbeiten weiter daran“, sagt er. Es geht um die zweite Bestellung von Schutzmaterialien, die die Firma Oberalp vorfinanziert hat. Die Lieferung liegt immer noch in China. <BR /><BR />Im Zusammenhang mit dieser Bestellung prüft die Bozner Staatsanwaltschaft weiter, ob mit einer Ausschreibung im Herbst 2020 für Corona-Schutzmaterialien möglicherweise unrechtmäßige Schritte gesetzt worden sein könnten, um die Lieferung doch noch anzukaufen. <BR /><BR />Ermittelt wird wegen Verdacht auf versuchte Störung des Auswahlverfahrens eines Vertragspartners (Art. 353bis StGB) gegen 7 Personen, darunter Sanitätsdirektor Florian Zerzer, Oberalp-Geschäftsführer Christoph Engl, Oberalp-Chef Oberrauch sowie Mitarbeiter von Sanitätsbetrieb und Landesverwaltung. Die Ermittlung gegen Landeshauptmann Arno Kompatscher wurde – wie berichtet – bereits eingestellt. <BR /><BR />Die Gerichtspolizei wertet derzeit noch Telefongespräche der Personen, gegen die ermittelt wird, mit insgesamt 120 verschiedenen Gesprächspartnern aus. Anhand von Stichwörtern wie Auftrag, China, Zertifizierung, Labor, negativ und Gutachten wird nach fallrelevanten Hinweisen gesucht. Unter den 48 Stichwörtern ist auch Austria/Österreich – dies nicht zuletzt deshalb, weil parallel zu den Südtiroler Fahndern auch die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) in Wien ermittelt. Es geht um eine Covid-Schutzmaterial-Lieferung für das Österreichische Rote Kreuz, der Verdacht: Betrug zum Nachteil der Republik. Im Raum stehen Verdachtsmomente gegen 3 Personen. <BR /><BR />Über Rechtshilfeersuchen haben die Wiener und Südtiroler Ermittler Unterlagen ausgetauscht, auch diese müssen noch fertig ausgewertet werden. Es ist indes nicht auszuschließen, dass die Bozner Staatsanwaltschaft das Verfahren für einige der Verdächtigen, falls deren Rolle schneller geklärt werden kann, vom Hauptstrang abtrennen könnte. Vorerst steht auch noch ein Verhandlungstag beim Beweissicherungsverfahren zur Tauglichkeit der China-Masken an. Bis zum Abschluss der gesamten Ermittlung dürfte es wohl noch etwas dauern.