Donnerstag, 12. März 2020

China meldet erneut nur wenige neue Corona-Fälle

China hat am Donnerstag erneut nur wenige neue Coronavirus-Infektionen gemeldet.

Wie hoch die Dunkelziffer aus China ist, ist unklar.
Wie hoch die Dunkelziffer aus China ist, ist unklar. - Foto: © APA (AFP) / NICOLAS ASFOURI
Wie Peking mitteilte, kamen 15 Infektionen hinzu - der niedrigste Wert seit Beginn der täglichen Berichte über die Epidemie vor 7 Wochen. Auch die Zahl der neuen Todesopfer stieg mit 11 Fällen am Donnerstag so langsam wie seit Wochen nicht mehr. Unterdessen warnt Südkorea vor einer neuen Masseninfektion.

Insgesamt sind in der Volksrepublik China seit Ausbruch des Coronavirus damit offiziell 3169 Tote zu beklagen. 80.793 Infektionen wurden auf dem chinesischen Festland gemeldet.

Inwieweit die offizielle Statistik die wahre Lage widerspiegelt und wie hoch die Dunkelziffer ist, scheint unklar. Seit einer Änderung der Zählweise Mitte Februar hat sich der täglich berichtete Anstieg der neuen Infektionen mit dem SARS-CoV-2 genannten Virus und der Todesfälle in der amtlichen Auflistung spürbar reduziert.

So werden nach Medienberichten beispielsweise Personen, die nachweislich infiziert sind, aber keine Symptome der Covid-19 genannten Krankheit zeigen, seit Anfang Februar nicht mehr bei den neu nachgewiesenen Ansteckungen mitgerechnet, sondern anderweitig aufgeführt. Solche Personen können jedoch auch ansteckend sein.

Auch wurden klinische Diagnosen ausgenommen. Dabei stellt der Arzt nur anhand der Symptome oder Vorgeschichte des Patienten die Infektion fest, ohne dass ein DNA-Test gemacht wird.

Südkoreas Gesundheitsbehörden warnten inzwischen vor dem Risiko weiterer Masseninfektionen. Denn die Mehrheit der neuen Fälle konzentriert sich erneut in der südöstlichen Millionen-Stadt Daegu und der umliegenden Region. Es seien in Daegu bei der Eindämmung des Virus weitere Fortschritte erzielt worden, sagte Yoon Tae Ho von der Zentrale für das Katastrophen-Management. Es gebe jedoch ein erhöhtes Risiko „breiter Cluster-Infektionen“.

Zuletzt bereitete den Behörden insbesondere eine Häufung von Fällen unter Mitarbeitern eines Call-Centers im Südwesten der Hauptstadt Seoul große Sorge. Mehr als 100 Infektionen wurden bisher mit dem Beratungszentrum in Verbindung gebracht. Premierminister Chung Sye Kyun habe bei einem behördenübergreifenden Treffen seine Sorge wegen potenzieller „Super-Übertragungen“ des Virus in Seoul und umliegenden Gebieten gesprochen, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap.

Am Mittwoch wurden in Südkorea 114 weitere Infektionen mit dem SARS-CoV-2-Erreger festgestellt. Es war der geringste Tagesanstieg seit mehr als zwei Wochen. Die Gesamtzahl erreichte 7.869. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem neuartigen Coronavirus in Verbindung gebracht werden, kletterte um sechs auf 66.

apa