Samstag, 23. Mai 2020

China meldete erstmals keine Corona-Neuinfektionen

China hat offiziellen Angaben zufolge erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie, seit Jänner, keine neuen Infektionen mit dem Virus verzeichnet. Am Freitag habe es keine Neuinfektionen gegeben, teilte die Nationale Gesundheitskommission (NHC) am Samstag mit. Am Donnerstag waren es noch 4 gewesen. Auch Kroatien meldete erstmals seit 9. März einen Tag ohne registrierte Neuansteckung.

In China will man die Pandemie langsam unter Kontrolle gebracht haben.
In China will man die Pandemie langsam unter Kontrolle gebracht haben. - Foto: © APA (AFP) / GREG BAKER
Die Zahl der bestätigten Fälle beläuft sich auf insgesamt 82.971. Die der offiziell gemeldeten Todesopfer blieb unverändert bei 4634. Das liegt deutlich unter der Opferzahl in wesentlich kleineren Ländern. In China leben 1,4 Milliarden Menschen.

In der Provinzhauptstadt Wuhan waren Ende 2019 die ersten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus bekanntgeworden. Sie und die gesamte Provinz Hubei waren wochenlang vom Rest des Landes abgeriegelt worden, um die Epidemie einzudämmen. Diese hat sich dann zu einer Pandemie entwickelt: Der US-amerikanischen Johns-Hopkins-Universität zufolge gibt es mittlerweile weltweit mehr als 5,2 Millionen bekannt gewordene Infektionen und mehr als 338.000 Todesfälle.

Die Nachricht, dass es keine Neuinfektionen gebe, erfolgte am zweiten Tag des Nationalen Volkskongresses (Volksvertretung, Anm.), zu dessen Auftakt am Freitag Ministerpräsident Li Keqiang bereits „wichtige strategische Errungenschaften in unserer Antwort auf Covid-19“ erklärt hatte. Dennoch stehe das Land weiter vor „enormen Herausforderungen“. Die Jahrestagung des Volkskongresses war wegen der Coronakrise von - wie üblich März - auf Mai verlegt worden. Vor allem die USA werfen Peking vor, das wahre Ausmaß der Epidemie zu Beginn vertuscht und so die weltweite Ausbreitung der Krankheit ermöglicht zu haben.

Zahl der Todesopfer in Italien sinkt

In Kroatien hatte man die erste Corona-Infektion am 25. Februar verzeichnet. Dies teilte der Katastrophenschutz am Samstag in Zagreb mit. Bisher haben sich 2243 Menschen nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. Die Zahl der Todesopfer beträgt 99.

Mit seiner langen Adriaküste, den vielen Buchten und Inseln ist Kroatien ein beliebtes Urlaubsland. Zugleich ist seine Wirtschaft stark vom Fremdenverkehr abhängig. Hotels und Zimmervermieter sind darauf eingestellt, im Sommer wieder Touristen zu empfangen. Trotzdem wird die bevorstehende Saison von der Corona-Pandemie überschattet. Experten halten es schon für einen großen Erfolg, wenn die Branche auf 50 Prozent ihres Vorjahresumsatzes von 10,5 Milliarden Euro käme.

Die Zahl der Covid-19-Todesopfer in Italien am Samstag ist gegenüber dem Vortag weiter gesunken. Die Zahl der Verstorbenen betrug in 24 Stunden 119, am Vortag waren es 130 gewesen, teilte der italienische Zivilschutz mit. Die Zahl der Verstorbenen seit Beginn der Pandemie in Italien vor 3 Monaten stieg auf insgesamt 32.735. Die Zahl der aktiv Infizierten fiel in 24 Stunden unter die 60.000-Schwelle auf 57.752. Die Zahl der Covid-19-Patienten in Italiens Spitälern sank auf 8695. Die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen fiel auf 572. In Heimisolation befinden sich noch 48.485 Personen. Die Zahl der Genesenen stieg auf 138.840.

In der Lombardei, dem Epizentrum des Coronavirus-Ausbruchs in Italien, wurden innerhalb von 24 Stunden 56 Tote gemeldet. Damit stieg die Gesamtzahl der dort Verstorbenen auf 15.840. Die Zahl der aktuell Infizierten lag in der gesamten Region bei 25.630. Die Zahl der Covid-19-Kranken in den lombardischen Spitälern betrug 4026 Personen. Die Zahl der Patienten auf der Intensivstation sank unter die 200-Schwelle auf 199.

Starke Ausbreitung im Gazastreifen gilt als Horrorszenario

Eine 77-jährige Palästinenserin starb laut Gesundheitsministerium in einer Quarantäneeinrichtung am Rafah-Grenzübergang im Gaza-Streifen an der Krankheit. Das teilte ein Ministeriumssprecher am Samstag mit. Sie sei vergangene Woche aus Ägypten zurück in den Küstenstreifen gereist. Bisher war die Corona-Pandemie im Gazastreifen entgegen den Befürchtungen relativ glimpflich verlaufen. Nach einer Zunahme von Infektionen hatte die dort herrschende Hamas am Donnerstag Einreisen in das Gebiet vorerst untersagt. Die beiden einzigen Personen-Grenzübergänge Rafah und Erez sollen bis Ende Juni für Einreisende geschlossen bleiben.

In dem Küstenstreifen leben 2 Millionen Menschen unter prekären Umständen. Eine starke Ausbreitung des Coronavirus in dem Gebiet gilt deshalb als Horrorszenario. Die Zahl aller bekannten Fälle seit dem 5. März belaufen sich nach Angaben des Ministeriums auf 55. Davon seien 16 wieder genesen und der Rest in stabilem Zustand, sagte ein Sprecher.

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apa

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