Nach Darstellung der Menschenrechtsorganisation überwache die Untergrund-„Polizeistation“ chinesische Auswanderer, diese würden zum Teil schikaniert und in einigen Fällen sogar zurück nach China abgeschoben. <BR /><BR />Gibt es also solche „Polizisten“, die heimlich in der chinesischen Gemeinschaft im Einsatz sind? „Nicht dass wir wüssten“, sagt dazu der Kabinettschef in der Bozner Quästur, Giorgio Augusto Porroni. Aber man werde den Hinweisen der spanischen NGO, die man allerdings auch nur aus der Zeitung habe, nachgehen, kündigt er an.<BR /><BR />Die Menschenrechtsorganisation Safeguard Defenders mit Sitz in Madrid will Beweise gefunden haben, dass China in ganz Europa inoffizielle Polizeistationen unterhalte, die die ausgewanderten Chinesen überwachten, schikanierten und in Einzelfällen auch zurück nach China „schickten“. In einigen Fällen sollen sie sich hinter „Auslandsbüros/Servicecenter“ verbergen. <h3> 11 Stationen in Italien?</h3>Bereits im September hatte die NGO erste Städte benannt, nun will die Organisation weitere Fälle aufgedeckt haben – insgesamt 11 in Italien, auch in Südtirol. Bislang, so Porroni, habe man jedoch keinerlei Hinweise, die auf eine „chinesische Polizeistation“ in Südtirol schließen ließen. Ein „Auslandsbüro“ gebe es nicht, hinter dessen Fassade chinesische Agenten arbeiten könnten. Auch habe man bislang keinerlei Anzeigen oder Hinweise aus der chinesischstämmigen Bevölkerung erhalten. <BR /><BR /><embed id="dtext86-57298011_quote" /><BR /><BR />Es habe in der Vergangenheit von Chinesen betriebene „Massagesalons“ in Südtirol gegeben, bei denen es sich um Bordelle gehandelt habe, die habe man aber aufgedeckt. Allerdings gibt Porroni auch zu bedenken, dass man ohne entsprechende Hinweise eventuell eingeschleuste Agenten schwer ausmachen könne. Es habe weder von Seiten des Ministeriums noch von Seiten der NGO Hinweise an die Bozner Polizei gegeben. Dennoch, kündigt er an, werde man der Sache nachgehen.<BR /><BR /> Unterdessen fordert der Grüne Co-Vorsitzende Felix von Wohlgemuth: „Diese Machenschaften einer autoritären Diktatur in unserem Land verlangen nach einer vollumfänglichen und transparenten Aufklärung“. Und auch der Landtagsabgeordnete Marco Galateo (Fratelli d'Italia) ist auf den Zug aufgesprungen und fordert Aufklärung. Zudem will er in einer Anfrage von Landeshauptmann Arno Kompatscher wissen, ob dieser darüber im Bilde sei.<BR />