In Südtirol leiden laut dem Dachverband über 1000 Menschen an einer chronischen entzündlichen Darmerkrankung, etwa die Hälfte davon an Morbus Crohn und die andere Hälfte an Colitis Ulcerosa. In Italien sind etwa 200.000 Menschen betroffen. Bei beiden Erkrankungen greift das körpereigene Immunsystem das Darmgewebe an. Betroffene leiden vor allem unter Bauchschmerzen und Durchfall. Sie müssen häufig aufs Klo und auch öfter zum Arzt gehen. Sehr oft leiden sie auch unter Gelenkschmerzen, Hautrötungen, Augenentzündungen usw. Die Krankheit verläuft schubweise und ist nach heutigen Gesichtspunkten unheilbar. Sie lässt sich aber mit Medikamenten therapieren. „Sowohl bei Morbus Crohn als auch bei Colitis Ulcerosa ist eine moderne Therapie sehr wichtig“, betont Irene Mirrione-Malojer, Präsidentin des Vereins für chronisch entzündliche Darmkrankheiten AMICI. Das bringt viele Untersuchungen und Behandlungen mit sich. „Leider waren bis vor kurzem die Ticketbefreiungen nicht adäquat zu einer flexiblen Behandlung“, sagt Mirrione-Malojer und nennt ein Beispiel: „Diätberatung war bislang nicht in der Ticketbefreiung enthalten. Und dies bei Krankheiten die oft zu Mangel- und Fehlernährung bzw. Gewichtsabnahme führen.“ Durch den hartnäckigen Einsatz von Inge Pircher, Mitglied des Nationalrats von AMICI onlus, sei es gelungen, gemeinsam mit dem ehemals zuständigen Landesrat Richard Theiner eine sehr flexible Lösung zu finden.Diese ist im Dezember 2013 von der Südtiroler Landesregierung beschlossen worden und am 1. April 2014 in Kraft getreten.Damit ist es nun Ärzten möglich, flexible Untersuchungen mittels der Ticketbefreiung 009 für den Patienten als kostenfrei zu kennzeichnen.Präsidentin Mirrione-Malojer und Inge Pircher sind erfreut über diese Lösung: „Damit wird unseren Patienten eine bestmögliche Behandlung garantiert. Die Krankheit bricht oft in Jugendjahren aus und verfolgt die Patienten ein Leben lang.“