Montag, 09. März 2020

Conte erklärt ganz Italien zur „geschützten Zone“

Die verschärften Maßnahmen, die bislang ausschließlich für die Lombardei und weitere 14 norditalienische Gebiete galten, werden auf ganz Italien ausgeweitet - und damit auch auf Südtirol.

Ministerpräsident Giuseppe Conte hat am Montagabend ganz Italien zur „geschützten Zone“ erklärt.
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Ministerpräsident Giuseppe Conte hat am Montagabend ganz Italien zur „geschützten Zone“ erklärt. - Foto: © APA (AFP) / TIZIANA FABI
Das hat der italienische Regierungschef Giuseppe Conte im Rahmen ein Pressekonferenz am Montagabend bekanntgegeben.

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„Die Zahlen zeigen uns, dass immer mehr Personen an Coronavirus erkranken und sterben. Wir müssen unsere alltäglichen Gewohnheiten jetzt ändern, in dieser Stunde. Jeder von uns muss jetzt auf etwas verzichten, zum Wohle aller“, erklärte Conte am Montagabend.

Schulen und Unis bis 3. April geschlossen

Unter anderem bleiben damit Italiens Schulen, Kindertagesstätte, Kindergärten und Universitäten definitiv bis 3. April geschlossen.

Auch die Seilbahnen müssen schon ab morgen, Dienstag, ihren Betrieb einstellen. Am Montag hatte Südtirol noch die Empfehlung an die Seilbahnbetreiber ausgegeben, die Seilbahnen spätestens am Mittwoch zu schließen.

Keine „rote Zone“, sondern „geschützte Zone“

Es gebe in Italien nun keine roten Zonen mehr, so Conte in seiner Ansprache. „Wir sprechen von einem Italien, das als Ganzes eine geschützte Zone ist“, so der Ministerpräsident.

Generell gelte nun das Motto „Ich bleibe zuhause“ („io resto a casa“). Man solle es wenn möglich vermeiden, die eigene Gemeinde zu verlassen, es sei denn aus folgenden Gründen: Arbeit, Notwendigkeit und Gesundheit.

Aus diesem Grund seien nun auch Treffen im Freien sowie in öffentlichen Lokalen untersagt.

„Wir wissen natürlich, dass vor allem die Jugend das große Bedürfnis hat, sich zu treffen und auszutauschen. Aber wir können uns in dieser Zeit solche Ansammlungen, die zur Verbreitung des Virus beitragen können, nicht mehr erlauben.“

Auch in Südtirol müssen nun Bars und Restaurants um 18 Uhr schließen.

Auch sämtliche Sportveranstaltungen wurden im ganzen Land abgesagt.

Mehr Todesfälle, aber auch mehr Geheilte

Mittlerweile seien 7985 Personen in Italien an Coronavirus erkrankt, das sind über 1500 Personen mehr als noch am Sonntag. Auch die Todesziffer ist von Sonntag auf Montag drastisch gestiegen: Inzwischen sind 463 Personen dem Virus erlegen, 97 mehr als noch am Sonntag.

Allerdings sind auch die Fälle jener, die geheilt sind, gestiegen: 733 Personen konnten in Italien geheilt werden, 83 mehr als noch am Sonntag.

Auch Uni Innsbruck stellt auf Fernlehre um

Auch die Universität Innsbruck hat in einer E-Mail an ihre Studenten am Montagabend mitgeteilt, dass ab dem morgigen Dienstag alle Lehrveranstaltungen auf Fernlehre umgestellt werden. Es werde keinerlei Präsenzunterricht mehr an den Fakultäten geben, so das Rektorat.

Für diese Maßnahme hat die Universität Innsbruck kein Enddatum festgelegt, sie gelte „bis auf weiteres“.

Alle Artikel sowie die interaktive Weltkarte mit allen aktuellen Zahlen in Sachen Coronavirus finden Sie hier.

liz

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