20.000 Euro soll das Land für die Corona-Dokumentationsserie „Wellenbrecher“ locker gemacht haben – ein Vorwurf, mit dem der Landtagsabgeordnete Jürgen Wirth Anderlan derzeit in den Sozialen Medien für Wirbel sorgt. <BR /><BR />Filmemacher Andrea Pizzini hatte darin während der Pandemie einen Blick hinter die Kulissen der Bozner Intensivstationen geworfen. Öffentliche Gelder seien laut Pizzini zwar an einen Mann gleichen Namens geflossen, nicht aber an ihn.<BR /><BR />In einem kürzlich veröffentlichten Video erhebt der Landtagsabgeordnete Jürgen Wirth Anderlan (JWA) schwere Vorwürfe gegen den Filmemacher Andrea Pizzini. Dieser habe seine Dokumentation „Wellenbrecher“ nicht, wie von ihm dargestellt, „freiwillig und aus Zivilcourage“ produziert. Vielmehr will Wirth Anderlan auf der Landeswebsite Hinweise auf Zahlungen entdeckt haben. Knapp 20.000 Euro sollen demnach zwischen 2021 und 2023 vom Land in die Taschen des Salurners geflossen sein.<BR /><BR />Dieser hingegen weist die Vorwürfe, ebenfalls per Videobotschaft, zurück. Die von Wirth Anderlan angeführten Zahlungen seien zwar tatsächlich an einen Andrea Pizzini geflossen, wie die hinterlegte Steuernummer zeige, jedoch nicht an ihn. Empfänger der öffentlichen Mittel ist offenbar ein Mann gleichen Namens, geboren 1998. <BR /><BR />Er selbst habe vom Land eine Zahlung von 3.000 Euro erhalten, ein Pauschalpaket zur Wirtschaftsförderung laut Dekret Nr. 11034. Mit „Wellenbrecher“ habe diese Zahlung nichts zu tun, betont Pizzini. Die Vorwürfe JWAs will er aber nicht so einfach auf sich sitzen lassen: „Jürgen Wirth Anderlan wird mir bald 20.000 Euro Schadenersatz zahlen können, wenn er sich nicht öffentlich entschuldigt.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1357194_image" /></div> Mit „Wellenbrecher“ rückte Pizzini ab 2020 mitten ins Pandemiegeschehen vor. Seine Kamera begleitete den Alltag im Bozner Krankenhaus, zeigte Covid-Patienten und fing die Arbeit von Ärzten und Pflegepersonal ein. Neben Anerkennung brachte das Videoprojekt allerdings auch Kritik mit sich. Nicht zuletzt war Pizzini damit ins Fadenkreuz von Impfkritikern geraten. <BR /><BR />Bereits im Jänner 2025 hatte die Landtagsabgeordnete Renate Holzeisen (Vita) sich dem Thema „Wellenbrecher“ bei einer aktuellen Fragestunde angenommen. Sie wollte unter anderem wissen, wer Pizzini den Zutritt zu den Intensivstationen ermöglicht hatte und ob die Produktion des Film- und Fotomaterials mit öffentlichen Mitteln unterstützt worden sei. Eine öffentliche Finanzierung von „Wellenbrecher“ hatte das Land bereits damals verneint. Gesundheitslandesrat Hubert Messner erklärte, Pizzini habe die Videoproduktion auf eigene Kosten gestemmt. Weder vom Land noch vom Sanitätsbetrieb habe er dafür Geld erhalten. Der Zutritt zu den Intensivstationen sei von der Betriebsdirektion genehmigt worden. Landeshauptmann Arno Kompatscher wiederum habe von den Aufnahmen erst aus den Medien erfahren.