Montag, 09. November 2020

Weltweit mehr als 50 Millionen Corona-Fälle

Die Corona-Pandemie greift weiter mit großem Tempo um sich. Inzwischen wurden weltweit nach Angaben der Universität Johns Hopkins mehr als 50 Millionen Ansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 verzeichnet.

Die Corona-Lage spitzt sich weltweit weiter zu.
Die Corona-Lage spitzt sich weltweit weiter zu. - Foto: © shutterstock
In den vergangenen Tagen stieg die Zahl der gemeldeten Fälle im Schnitt jeweils um rund 600.000, für Freitag gab die Universität Johns Hopkins den Spitzenwert von 642.724 Neuinfektionen binnen eines Tages an.

Italien: Rufe nach nationalem Lockdown werden lauter


In Italien werden die Rufe nach einem nationalen Lockdown lauter.Wenn man die aktuellen Zahlen berücksichtige und davon ausgehe, dass sie in der Zukunft nicht weiter steigen werden, werde die Situation in einem Monat dennoch tragisch sein, sagte Filippo Anelli, Chef der italienischen Ärztevereinigung, der Nachrichtenagentur Ansa.

Die Regierung von Ministerpräsident Giuseppe Conte hatte sich zuletzt gegen einen nationalen Lockdown ausgesprochen, auch um den Schaden für die Wirtschaft gering zu halten.

Medien berichteten von Krankenhäusern, die zunehmend an die Belastungsgrenze kommen. In Neapel bildeten sich Schlangen von Autos und Krankenwagen vor den Notfallstationen, die keine Covid-19-Patienten mehr aufnehmen konnten.

In Südtirol hat Landeshauptmann Arno Kompatscher am Sonntag eine neue Verordnung mit verschärften Corona-Maßnahmen unterzeichnet. Sie trat in der Nacht auf Montag in Kraft. ( STOL hat berichtet)

USA am stärksten betroffen

Zur Eindämmung des Virus werden in verschiedenen Ländern die Maßnahmen immer weiter verschärft. Im italienischen Südtirol dürfen die Menschen ab Montag ihren Wohnort nur aus einem triftigen Grund verlassen. Die Slowakei setzt weiter auf Massentests für Millionen Einwohner. Frankreichs Gesundheitsminister stimmte auf „etwas spezielle“ Weihnachten ein.

Weltweit am stärksten von der Pandemie betroffen sind die USA mit derzeit im Schnitt 100.000 Neuinfektionen pro Tag und insgesamt rund 9,9 Millionen Corona-Fällen. Der gewählte Präsident Joe Biden will am Montag einen Corona-Expertenrat vorstellen, der einen „Aktionsplan“ für das Land mit rund 330 Millionen Einwohnern entwickeln soll.

Frankreich bereitet sich auf „spezielle Weihnachten“ vor

Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran gab sich mit Blick auf das Weihnachtsfest in der Corona-Krise zurückhaltend. Er wolle keine Prognose stellen, wie die Lage bis dahin aussehe, sagte er dem Sender France Inter am Sonntag. Er hoffe inständig, dass die strengen Ausgangsbeschränkungen dann gelockert worden seien. Es sei aber noch zu früh, dies jetzt zu sagen. „Alles zu seiner Zeit“, sagte Véran.

So oder so werde Weihnachten dieses Jahr „etwas speziell“ sein.
Seit gut einer Woche gelten in dem Land mit rund 67 Millionen Einwohnern strenge Beschränkungen – die Menschen dürfen nur aus triftigem Grund vor die Tür. In einigen Teilen des Landes kommen die Intensivstationen bereits an ihre Grenzen. Am Wochenende stieg die Zahl der Corona-Toten in Frankreich auf mehr als 40.000.

Massentests in der Slowakei


In Dänemark gelten wegen der Sorge vor einer Ausbreitung einer bei Nerzen aufgetretenen Mutation des Coronavirus von Montag an weitere Beschränkungen in der Region Nordjütland. In 7 Kommunen wird dort vorsorglich der öffentliche Nahverkehr eingestellt, ältere Schüler sowie Studenten sollen Fernunterricht erhalten. Zudem schließen Sporthallen, Schwimmbäder und Fitnessstudios.

In Lettland gilt von Montag an ein Ausnahmezustand bis zum 6. Dezember, durch den das öffentliche Leben und die wirtschaftlichen Aktivitäten eingeschränkt werden. Dieselbe Schutzmaßnahme hatte die lettische Regierung im Frühjahr bereits einmal ergriffen.

Die Slowakei versucht derweil, der Pandemie mit Massentests für Millionen Menschen Herr zu werden. Am Wochenende wurden bereits mehr als 1,6 Millionen Menschen getestet. Mit dem Test aller über 10 Jahre alten Bewohner geht das knapp 5,5 Millionen Einwohner zählende EU-Land einen beispiellosen Sonderweg. Wer keinen negativen Coronatest vorweisen kann, darf ab Montag nicht mehr aus dem Haus.

dpa/stol

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